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Der Lohn eines Zeitungszustellers

Der Lohn eines Zustellers lässt sich nicht einfach vergleichen. Er setzt sich aus vielen verschiedenen Aspekten zusammen.

Der Stücklohn

Der Stücklohn wird auch Akkordlohn genannt. Im allgemeinen wird hier ein Geldakkord gezahlt, d.h. eine große Menge führt zu einem hohen Entgelt.
Im Ostteil von Berlin werden in der Regel 3-5 Cent pro ausgetragene Zeitung gezahlt. Im westlichen Teil können es unter Umständen bis zu 10 Cent sein, allerdings ist hier die Zeitung bis an die Haustür zu liefern (Treppen steigen).
Bei einer durchschnittlichen Tour von 90- 100 Zeitungen mit 3 Cent pro Abonnenten sind dies gerade mal 3,00 pro Tag, was nach Adam Riese bei sechs Arbeitstagen in der Woche 18,00 € sind.
Hierbei muss  gesagt werden, dass es natürlich Schwankungen gibt, wenn z.Bsp. die Tour weniger Abonnenten hat oder der Stücklohn höher ist.

Der Nachtarbeitszuschlag/Sonntagszuschlag

Ein Zusteller arbeitet bekanntlich nachts. So hat laut BAG der Arbeitgeber für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zeit bezahlter freier Tage oder einen angemessenen finanziellen Ausgleich (Zuschlag) zu gewähren. (§ 6 Abs. 5 ArbZG). Von Montag bis Samstag werden 25 %  und am Sonntag 50 % Zuschlag gezahlt.

Das Wege-oder Kilometergeld

Ein Wegegeld wird dem Zusteller  als Ersatz für angefallene Fahrtkosten gezahlt.  In Deutschland gilt bisher folgende Regelung:
Kilometergeld von 0,30 Euro bei einem PKW, 0,13 Euro bei einem Motorrad, 0,08 Euro bei einem Moped und 0,05 Euro bei einem Fahrrad. Unter bbb.Bundesfinazministerium kann man sich noch ausführlicher informieren. Die Zustellagenturen zahlen , wenn auf einer Tour Kilometergeld gezahlt wird!! 0,265 € pro Km.

Das Urlaubsentgelt

Ist im Bundesurlaubsgesetz § 11 festgelegt und berechnet sich aus dem durchschnittlichen Arbeitsentgelt, dass der Zusteller 13 Wochen vor dem Urlaub erhalten hat.

Das Krankentagegeld

Die Anspruchshöhe auf Krankengeld bestimmt sich nach § 47 Sozialgesetzbuch. Das Brutto-Krankengeld wird nach dem Einkommen vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit berechnet. Es beträgt 70 Prozent des letzten vollen monatlichen Brutto-, aber höchstens 90 Prozent des letzten vollen monatlichen Nettoeinkommens. Bei schwankendem Entgelt (z.B. Akkordlohn) wird der Durchschnitt der letzten drei Monate zugrunde gelegt.

Rechenbeispiel:
Zusteller: Schneller Fuß
Tour 0815 mit 100 Abos  zu 0,03 € und 3 km Kilometergeld
Abrechnungszeitraum: 24 Arbeitstage

100 x 0.03€ = 3,00 € x 24 AT =  72,00 €

Nachtzuschlag 25% =  18,00 € /     90,00 € Nettoeinkommen

3 x 0,265 € = 0,795 € x 24 AT =  19,08 €

Gesamt: 109,08 €

Unser Kollege Schneller Fuß hat einen ganzen Monat für 109,08 € gearbeitet. Bei durchschnittlich 1,5 Stunden pro Tag wird daraus ein Stundenlohn von  sage und schreibe 2,50 €.

Quellen:
1.BAG, Urteil v. 11. Januar 2006, 5 AZR 97/05
2.Arbeitszeitgestz
3.Wikipedia
4.Bundesurlaubsgesetz
5.Sozialgestzbuch

 

 

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30 comments to Der Lohn eines Zeitungszustellers

  • Das ist schon sehr traurig, wie sich manche Menschen einen abschaffen müssen um ein paar Euro zu verdienen.
    Aber ein einzelner Mensch kann da nichts dran ändern!

  • Lothar

    Das ist sauber und realistisch gerechnet. 2,50 € die Stunde ist selbst für einen Nebenjob das absolute Dumping. Nun sind viele auf das sogenannte Hartz- IV angewiesen. Man darf also nicht die Zuverdienstgrenze – ich glaube 165,- € im Monat – überschreiten, sonst wird substrahiert. Wer also eine grössere Tour mit 150 Zeitungen realisiert und auf das Jobcenter angewiesen ist, macht schon mal Nasse. Da werden dann aus 2,50 € Stundenlohn knapp 2 Euronen.

    Was sagt uns diese Rechnerei? Es gibt viele Dödels, die für fast Nichts Nachts durch die Gegend rennen und besser im Bett bleiben sollten. Oder warum gibt es diese massenweise Stellenangebote: Bitte, bitte liebe Leute, ruft uns an, tragt unsere Zeitungen aus und lasst Euch schön verarschen !

  • happygirl

    Und wisst ihr was noch viel beschissener ist? Der gute 1,50 € Jober kann das hinzuverdiente behalten, kein Cent wird angerechnet. Der Dumme ist der, der auf dem 1. Arbeitsmarkt einen Nebenjob gefunden hat. Also werden die, die wirklich arbeiten wollen in den Allerwertesten getreten.

  • Jim

    Die Zahlen sind aber auch sehr niedrig angesetzt!! 109,08 Euro bei einem Job als Zusteller für Tageszeitungen kann doch nicht stimmen!!! Wer steht denn Nacht für Nacht auf, macht bei Schnee und Eis täglich 1,5 Stunden und bekommt dafür zum Monatsende 109,08 Euro????
    Ich bekomme derzeit einchl. Nachtzuschlag 219 Euro für 100 Tageszeitungen (brutto)! Diese Summe wurde seit 12 Jahren nicht mehr erhöht!! Ich arbeite wohl auf Steuerkarte und habe mehrere Hundert Zeitungen. Wir stellen in der Regel zwischen 3 und 7 Uhr zu und die Zeit ist knapp bemessen. 7 Uhr ist absolute “Deadline”, auch in den Außenbezirken!!!
    Übrigens, rund 120 km weiter erhalten die Zeitungsboten schon brutto 60 Euro mehr auf 100 Exemplare pro Monat!!!
    Wir werden also hier an der Nordseeküste eigentlich schlecht bezahlt!!!

  • Gerlinde

    Hallo Jim,
    vielen Dank für Dein Interesse an meinem Artikel. Ich muss Dir insoweit recht geben, dass mein Rechenbeispiel niedrig angesetzt ist. Durch meine Recherchen kann ich aber leider nur bestätigen, dass der Lohndumping in den östlichen Berliner Bezirken harte Realität und keine Fiktion ist. Ein kleiner Teil von Zustellern hatte sogar noch weniger am Monatsende. Es waren vor allem noch rüstige Rentner, die kleine Touren mit 70-80 Zeitungen liefen. Deren monatliches Einkommen möchte ich gar nicht erst berechnen. Die Gefahr einer Depression wäre zu groß. Ich würde mich freuen, wenn Du uns auch weiterhin an Deinen bestimmt zahlreichen Erfahrungen teilhaben lässt. Für eine repräsentative Aussage ist es immer gut, so viele Informationen wie möglich, zu haben.
    Gruß Gerlinde

  • hanna

    Hi Jim, ich kann dir ja mal meinen Lohnzettel zukommen lassen, denn was Gerline schreibt, das stimmt 100%tig. Es ist deprimierend, für 100e jeden Monat, bei Wind und Wetter arbeiten zu gehen. Aber was solls, 100e sind 100e.

  • Michael Rasch

    aloa Leute ! Wie ich schon mal früher geschrieben habe , stirbt die Generation Zeitungszusteller aus . Junge Leute halten dieses Einkommen für zu niedrig , nicht zu Unrecht ! Ich mache diesen ” SPAßVOLLEN”-Job nun seit 6 Jahren und es ging immer mehr Bergab . Nachwuchs , dass hätten die wohl gerne , aber bei diesen Verdienstmöglichkeiten haben die sich wohl in die eigene Hand gepie… ! Mit Grüßen Micha

  • Lothar

    So round a bound bekommt Jim also bei 6 Wochentagen ca. 8,00 Cent pro Zeitung.
    Das ist doch ganz ordentlich und m.E. auch angemessen.
    Zu meiner Zeit habe ich noch nicht mal die Hälfte bekommen.
    Also wieder mal die grosse Frage: Appel oder Ei. Beides scheint wohl in Berlin nicht möglich zu sein.
    Aber da es ja immer noch genügend Leute gibt, die für einen feuchten Händedruck nachts mit Zeitungen durch die Gegend düsen, wird dies auch so bleiben.
    Von nichts kommt nichts und wird leider auch nicht mehr.

  • runner

    Hallo zusammen,
    um dem theoretischen Rechenbeispiel ein weiteres Realbeispiel an die Seite zu stellen.
    Habe als Nebenjob eine Tour in Berlin gemacht. Stabiles Gebiet mit kaum wechselden Beziehern. Rund 190 Abos. Bei flottem Schritt braucht man ca. 1,5 Std. – bin die Tour im Sommer aber auch regelmäßig gejoggt und hab dann nur noch ne gute Stunde gebraucht. Bei den o.g. 2,50 € wär ich bestimmt auch nicht losgelaufen, aber bei 5 Cent pro Abo plus 25% Nachtzuschlag aber ohne km-Geld, kommt man auf einen akzeptablen Stundenlohn [ 190 x 0,05 = 9,50 + 2,38 = 11,88 / 1,5 Std. = 7,92 € ]
    Allerdings ist das auch eine kompakte Tour (übrigens ohne Hochhäuser). Davon gibt es leider nicht viele in Berlin.
    Machts gut

  • Traumprinz

    äh, bei ca. 2,5 cent pro Zeitung bekommt man ja als Zusteller einer kostenlosen zeitung mehr… Was bekommt ihr für die Prospekte / Aboflyer Resthaushaltsverteilungen dazu?

  • Jim

    Hallo Gerlinde, hallo hanna,
    natürlich glaube ich Euch das und bin weiter entsetzt!! Es gibt auch viele Verlage, die nur mit 400 Euro Kräften arbeiten, ich frage mich nur wie´s mittelfristig funktioniert, denn ein Bote muß sich auch einarbeiten!!! Wer schon mal die Tageszeitungen zugestellt hat, weiß, wie schwer es ist, wenn man die Tour nicht kennt!!!
    Ich würde solch einen Job nicht machen, wenn ich weder RE noch KA versichert bin.
    Ein ordentlicher Arbeitsvertrag ist schon wichtig.
    Michael Rasch schreibt es schon richtig: “Es ging immer mehr bergab!!” Das kann ich auch bestätigen!!!
    Mitte der 90er Jahre wurde man noch ganz anders behandelt. Nicht nur vom Vertrieb, auch von den Kunden…
    Diese Masse an Zusatzbeilagen (für Haushalte ohne Tageszeitung)gab es nicht und die Idee, uns Boten Briefe mit ausliefern zu lassen, gab´s auch noch nicht!!!
    Zum Schluß möchte ich nochmal drauf hinweisen, dass mein/unser Lohn hier an der Küste ein Bruttolohn ist. Da gehen also noch alle Sozialbeiträge von ab…
    Habe langsam das Gefühl, jeder Verlag zahlt seinen Boten nach eigenem Gutdünken!?

  • Anette

    Hallo zusammen!
    Ich bin Zusteller einer kostenlosen Zeitung und bin zum Glück nur 1x die Woche mit 1291 Zeitungen unterwegs,bei Wind und Wetter.Jetzt hat unser Arbeitgeber einfach mal beschlossen er spart sich die Sonn-und Feiertagszuschläge für den 25.12.11 und den 01.01.12 indem er einfach beschließt,die Zusteller dürfen alle am 24.12.bzw 31.12.austragen.Nett,oder?Und wenn man ihm dann mitteilt,daß es Feiertage sind,einem die Zuschläge zustehen und man die auch auf jeden Fall haben möchte,wird einem gesagt,daß man die Zuschläge kriegt aber dann nach Ablauf der 2wöchigen Kündigungsfrist gehen darf!Und wenn man nicht bereit ist an den angegebenen Tagen zu tragen muß man halt auf seinen Lohn für die Tage verzichten weil dann Ersatz gesucht wird.Nur gehen viele aber arbeiten um wie wir nicht mehr auf Hartz 4 angewiesen zu sein und die brauchen das Geld.Also was macht man?Richtig.Austragen und sich ärgern,daß man so mies behandelt wird!!!

  • Diana

    Stücklohn ist immer scheisse, egal wieviel das ausmacht. Für das sogenannte “mehr geld”, was ein witz ist, muss man schuften bis zum umkippen; das kann aber kaum jemand lange durchhalten. Nachtzuschlag von 25% nur auf die zeitungen ist ebenfalls ein witz; der werbemüll bringt auch nichts und werbung in den zeitungen wird kostenlos verteilt. Warum organisieren sich die zusteller nicht, um das zu ändern? Es ist möglich, man muss nur geduld und einen langen atem haben um das durchzuboxen.. dazu ist leider niemand bereit, das wissen die großkotzigen verlage auch ganz genau, daher treiben sie es so und noch buntern; es wird aber kräftig gejammert anstatt was zu unternehemen. ich dachte immer, das die sklaverei abgeschafft ist; hier ist sie modern wieder eingeführt. Solche löhne gehören vors Verfassungsgericht, sogar vor den Europäischen gerichtshof für menschenrechte, denn hier wird eklatant gegen die verfassung und gegen die menschenrechte verstoßen: wo bleibt undere würde und wertschätzung als arbeitnehmer, die 6 tage lang, ohne richtiges wochendende, bei wind und wetter sich die nächte um die ohren schlagen und tonnenweise papier bewegen, was die meisten überhaupt nicht wollen (kostenlose zeitungen, werbung), zu einem gehalt von dem man weder leben noch sterben kann: fürs eine ist es zu wenig, fürs andere zuviel. Wer keinen hässlichen anti-werbeaufkleber hat, heisst noch lange nicht, das werbung erwünscht ist; viele wollen sich die kästen einfach nicht zukleistern mit den hässlichen dingern.

  • Jochen

    Also hier in München habe ich auch mal eine Zeit lang eine regionale Zeitung, die kostenlos ist, ausgetragen. Ich glaube es waren rund 300 Exemplare einmal in der Woche. Für alle habe ich zwischen 60 und 90 Minuten gebraucht, aber dafür hatte ich dann – je nachdem ob viel Werbung dabei war – auch 10 – 15 € verdient. Damit wäre ich als 14-Jähriger sehr zufrieden, deswegen finde ich es traurig, dass sich arme Rentner für einen Bruchteil davon die Hacken ablaufen müssen

  • sandy

    Ich weiß nicht, warum hier alle so rummeckern.
    Ich bin 15, verteile seit 2 Jahren Kostenlose Zeitungen (von Kaufland)
    Mitlerweile habe ich 2 Gebiete, das sind etwas über 500 Prospekte.
    Ich brauche für beide Gebiete zusammen ca 3-4 Stunden (anfangs pro Gebiet 2-3 Stunden, da ich sie nicht kannte)
    Ich habe IMMER bezahlte extra Beilagen dabei.

    Wenn ich mir meinen letzten Kontoauszug angucke, habe ich mit 4 extra Beilagen 27,81€ verdient.
    diese 27,1/500Prospekte ergeben 5,562cent Pro prospekt mit 4 verteilungen, die immer noch dabei gelegt werden müssen.
    Wenn ich nur eine Extra Verteilung habe, habe ich 22,96€ verdient.
    Diese 22,96€/500Prospekte ergeben 4,592cent pro Prospekt.
    Da ich aber nur steile Berge mit einfamilienhäusern verteile, bekomme ich offiziell für 225 prospekte 9,00€ (sind 4 cent pro prospekt.)
    als ich urlaubsvertretung gemacht habe, hatte ich 7,20€ für 250 prospekte (ebenfalls fast nur einfamilienhäuser) ergeben 2,88 cent…
    Das im Westen Deutschlands…
    also ich wäre froh über 10 cent pro Prospekt…

    LG

  • kritischer Mitleser

    @ Sandy:

    Es geht doch nix über Jubelperser – gelle…

  • Angelika

    Ich verteile die regionale kostenlose Zeitung seit 3 Jahren, 720 Zeitungen, ich trage alles zwischen 1 Stunden und 20 Minuten aus, am Mittwoch. Ich habe jedes Monat mindestens 79 Euro auf mein Konto, je mehr Werbung gibt, desto besser für mich ist, dann kann ich bis 116 Euro im Monat verdienen. Das ist gut und ich arbeite in einer andere Firma auch, die Zeitungen habe ich als Nebenjob und mach mir Spaß, nicht alle sind an Sozialgeld angewissen und außerdem wir bezahlen Steuer. Grüße :-)

  • Florian

    Also ich bekomme einiges mehr. Wenn ich hier so einige Beiträge lese, kann ich schon recht zufrieden sein mit meinem Lohn (wobei es natürlich ein wenig mehr sein dürfte :) ) Ich kann ja mal auflisten wieviel ich derzeit bekomme:

    Stücklohn: 0,0721€ pro Zeitung (soll um 2% erhöht werden)
    Zuschlag für Werbung: keiner
    Nachtzuschlag: derzeit 18,9% (soll aber auf 24,9% erhöht werden)
    Andere Zuschläge: (evtl. Feiertagszuschläge), Entfernungszuschlag, Erschwerniszuschlag, Wartezeit bei versp. Anlieferung, Kontoführungsgebühr
    Zustellobjekte: unter anderem RP-D, WZ-D, NRZ, Welt, FAZ, SZ, HB, NZZ, FTD, WAZ, FRS, TAZ, Welt Komp., Zeit, Express, Kicker, Für Sie
    Arbeitszeit: Anlieferung im Normalfall zwischen 3:00 und 3:20Uhr, Zustellung muss bis 6:30Uhr erfolgen

    Ich habe derzeit 3 Festbezirke mit insgesamt 260-280 Zeitungen. Zusätzlich mache ich regelmäßig Urlaubs- und Krankheitsvertretungen sowie einmal im Monat die Zustellung des IHK-Magazins in diversen Zustellbezirken. In meinen Festbezirken bin ich etwa 2,5h unterwegs.

    Unterm Strich komme ich in einem durchschnittlichem Monat (mit 18 Vertretungstagen) auf etwa 825,00€ Brutto bzw. 685,00€ Netto. Das macht einen Stundenlohn (gerechnet 3,5Std./Tag) Brutto etwa 9,06€, Netto 7,52€ (Rechnung 825,00 bzw. 685,00 geteilt durch 91 Stunden (26*3,5))
    Es gab allerdings schon Monate wo ich nur auf 650,00€ Brutto kam, aber auch schon einen wo ich auf 1041,00€ Brutto kam.

  • stubsli

    Ich trage seit einem Jahr die Tageszeitung bei uns aus ca 52Stk und tgl mind 600x werbung das macht im schnitt 200€ bei wind und wetter nacht für nacht manchmal frage ich mich welcher Teufel mich geritten hat diesen Job anzunehmen.Solange man funktioniert ist alles in bester ordnung da wird nicht mal nachgefragt ob es irgendwelche probleme gibt aber wehe man wird mal krank.Urlaubs und Weihnachtsgeld gibt es nur für Festangestellte aber halt mal als springer bin ich doch auch unbefristet eingestellt wieso gibt es diese sondervergütungen nicht auch als springer? nur beschiss!!!! jede zeitfirma zahlt besser!!!! lange bin ich da nicht mehr

  • Dagmar

    An Florian:
    Hallo,
    das hört sich doch ganz ordentlich an, wie hast du das angestellt, wo hast du dich dafür beworben?
    Viele Grüße.
    :-)

  • Wilhelm Sch.

    Antwort auf Florian;
    sei mir bitte nicht Böse, Dein Gesülze hört sich an, als wenn Du mit dem Blabla Neu-Zusteller werben willst!?
    In Deiner Schilderung fehlt viel Realität!!!

  • Wilhelm Sch.

    Antwort auf Florian;
    sei mir bitte nicht Böse, in Deiner Darstellung fehlt nach meinem Standpunkt die momentane Realität! Wie Du dies zum Ausdruck bringst, hört sich das für mich an, als wenn jemand Zusteller werben möchte!? Nun noch eine Frage; seit wann machst Du denn diesen Job???
    LG Willi

  • Roadrunner

    Hallo Wilhelm,

    den Lohn, den Florian hier schildert, ist zumindest in “Westdeutschland” durchaus (NOCH!)realistisch. Wobei ich anmerken muss, das 9,08 Euro Brutto schon recht ansehnlich sind.Obwohl,ich muss gestehen, diesen Verdienst erreiche ich leider auch nicht :-( Habe halt die falschen Bezirke.

    Dabei darf man auch nicht übersehen, dass Florian noch Vertretungstouren übernimmt. Die werden in der Regel wesentlich besser bezahlt. Bei uns in Bremen war geplant, Vertretungslöhne drastisch zu kürzen.Die Kollegen sollten nur den Lohn des Stammträgers plus 3 Euro / brutto extra für die ersten drei Tage bekommen. Ab dem vierten Tag nur noch den reinen Stammträgerlohn. Das konnte sich in der Regel nicht durchsetzen. Ich kenne niemanden hier in Bremen, der zu so einem Hungerlohn arbeitet. Denn in Bezirken, die man nicht kennt, braucht man schon erheblich länger.

    Und keine Sorge: Ich werbe keine Zusteller. Im Gegenteil, ich rate jedem ab, diesen Beruf (ja, man muss da wirklich berufen sein) zu ergreifen. Bei uns in Bremen ist die Auslagerung der Logistik in vollem Gang. Mit verheerenden Folgen für alle Bremer Kolleginnen und Kollegen.

    Kollegiale Grüße

    Roadrunner

  • abdominalis

    hallo,
    ich bin seit dem letzten jahr zusteller in berlin. Arbeitszeit von montag bis samstag 3-6uhr. ich hatte eine feste tour die ich nach kurzer einarbeitung innerhalb von 2 stunden mit einer durchsschnittsmenge von 100 produkten erledigte. im laufe der zeit häuften sich anfragen ob es denn möglich sei für kurze zeit aushilfstouren zu fahren da kollegen erkrankt sind. ich hatte die zeit und bürdete mir diese arbeit ergänzend auf mit dem gedanken dass der/ die kollegen in kürze wieder einsatzfähig sind. es stellte sich heraus dass das unternehmen, aus reinem angestelltenmangel, einfach nur keinen arbeitnehmer hatte der diesen bereich beliefern konnte. somit war ich der ungewollte lückenfüller der täglich darauf hoffte abgelöst zu werden. dem noch nicht genug bekam ich tourenbücher überreicht die saumässig geführt worden sind, wodurch ich etliche unvergütete stunden investieren musste um die bücher auf den neuesten stand zu bringen. auch war die vielzahl an schlüsseln entweder nicht makiert oder die hinweiszahlen durcheinandergebracht. ich bekam für meine korrekturen weder ein lob noch ein wenig taschengeld als sei es selbstverständlich dass ich schlüssel und bücher wieder in ordnung bringe. -im arbeitsvertrag steht zum führen der bücher dass diese mit äusserster präzision zu führen sind-. ich habe mich mehrmals darüber mit der chefetage ausgetauscht die das ganze mit einem nichtswissenden schulterzucken abtaten. war jemand für diese ersatztouren gefunden und einige zeit später “ausgefallen” habe ich mich kurzzeitig wieder um die zulieferung gekümmert und bekam wieder einmal ein leeres heft, ein unvollständiges oder ein “sie nannten es” gedächtnisbuch wodurch meine fehlerqoute “mal wieder” in bodenlose sank. wenn ich darum bat mir per e-mail oder per zettelliste im nächsten spitzenstapel die kundeninformationen zukommen zu lassen wartete ich ergebnislos einige tage trotz merhmaligen täglichen darauf hinweisens. der eine sagt der andere ist dafür zuständig und der andere meinte den einen. mir kams schon gelb aus den ohren heraus.
    nach prüfung meiner lohnbescheinigungen habe ich monat für monat stets zu wenig arbeitsentgeld erhalten weil die herrschaften gar nicht wussten dass ich ersatztouren fahre und dadurch der ehemalige tourenführer meinen anteiligen lohn bekam. ich wurde stets vertröstet mit den worten dass die lohndifferenz im nächsten monat nachgezahlt wird. das ging ein halbes jahr lang so bis ich auf den tisch gehauen habe und in einem termin mit dem niederlassungsleiter mein geld sofort und in bar verlangte. dies funktionierte. muss dazusagen dass mir in sämtlichen terminen die ich mit dem chef vor der barauszahlung hatte immer und immer wieder fruchtlos erklärt wurde dass diese angelegenheit weitergegeben wird und in kürze abgehakt.
    ich habe einen total unorganisierten haufen von möchtegernen und dummies erlebt der zu dumm ist sich mal eine notiz anzufertigen damit die belange der zusteller nicht sofort wieder in vergessenheit geraten und dementsprechend ärger garnicht erst aufkeimen zu lassen.
    ich bekomme/ bekam stücklohn in höhe von 0,06€ und zuzüglich 25% nachtzuschlag. in der summe pro produkt 0,075€. das sind bei 100 stck x 0,075€ =7,5€ für 2 stunden arbeit.
    das lächerliche ist dass ich fürs warten, wenn der zustelltransport mal zu spät kam, pro halbe stunde wartezit 3,25€ bekam. wenn ich jetzt hochrechne
    4 halbe stunden warten= 13€
    2 stunden arbeiten 7,50€
    frage ich mich wie das rein logisch nachzuvollziehen ist?!

    ferner musste ich fast in jedem haus treppen laufen und das nicht zu selten auch bis ins 3obergeschoss. treppengeld gibts nicht. gabs mal hiess es. stundenlohn sollte in diesem jahr eingeführt werden. jetzt heisst es in 2jahren. der lohn…verhandlungsbasis. monatliches einkommen um die 180€. lohnverhandlungen nach dem vertragsabschluss fehlanzeige.
    letzter termin beim chef…..er wäre mir fast an die gurgel gegangen. meinen letzten lohn bekomme ich nach seiner aussage erst wenn meine kündigung unterschrieben auf seinem tisch liegt.

    summa summarum: man wird ausgebeutet, der bewegungsapparat enorm belastet, wie dreck behandelt und das ganze für ein paar pimperlinge die die arbeit nicht im geringsten aufwiegen.

    PFUI

  • knecht

    Hallo,

    in welchem Zusammenhang steht eigentlich der Stücklohn einer Ztg. und dem Verkehrsmittel, mit dem der Zusteller unterwegs ist.

    Worauf ich hinaus will, bekommt der Zusteller, der zu fuß unterwegs ist und daher länger unterwegs ist, den selben Stücklohn, wie der Zst, der mit dem Auto unterwegs ist, Kilometergeld bekommt, aber kürzere Zeitdauer arbeitet.

    LG

    K.

  • Roadrunner

    Hallo Knecht,

    ich denke, die Stücklöhne sind einheitlich. Egal, ob Du mit Auto, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs bist. Jedenfalls ist das bei uns in Bremen so. Mir ist auch nicht bekannt, dass das in anderen Städten anders gehandhabt wird.

    Was unter Umständen noch zusätzlich gezahlt wird (teilweise in Bremen)ist ein sogenanntes Wegegeld. Ein Pauschalbetrag, der monatlich zur Auszahlung kommt. Damit meine ich jedoch nicht das steuerfreie Kilometergeld.

    Ein Zusteller, der zu Fuß unterwegs ist, muss meiner Meinung nach nicht zwingend länger unterwegs sein, als einer mit Auto. Ich stelle mir da gerade Landbezirke mit 30-50 Zeitungen vor. Da müssen unter Umständen schon mal 25-30 Kilometer gefahren werden.

    Beste Grüße

    Roadrunner

  • Scream

    Hallo bin hier durch zufall auf dieses Forum gestossen, kann mir jemand sagen wie es mit der Bezahlung beim Weser-Kurier (Bremen) steht?Bin am Überlegen ob ich dort ein Job 6 Tage woche mache?
    Was Zahlen Sie? Wann wird die Zeitung angeliefert?Bis wann muss verteilt sein?Wie steht es mit Bekleidung oder sonstige Arbeitsmittel ?
    Bin seit über 20 Jahren beim BRemer Anzeiger und mache diesen Job sehr gerne würde gerne mehr verdienen da die Zeitung jetzt nur noch 1x die Woche erscheint.Bekomme dort a 4X Sonntags 400 stück = 1600 Zeitungen im Monat 65 Euro i, 1,5 Std pro Verteilung.

    Was würde ich ungefähr bei 400 Zeitungen X6 Tage Woche beim Weser Kurier bekommen?Kann mir jemand anhand von Zahlen eine Beispielrechnung geben?

    Wie sind die Bezirke aufgebaut zb Stückzahl?
    Was muss beachtet werden?

    Wäre schön wenn sich einer aus Bremen Meldet der sich mit dem Weser Kurier auskennt.Vielen lieben dank.

    eurer Screamhttp://www.zeitungszusteller.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif

  • Daniel

    Hier mal der aktuelle Verdienst in Hamburg:

    je nach Agentur und Zustellgebiet pro Zeitung und Monat 2,00 – 2,30 Euro. Darin enthalten sind Nachtzuschlag und sonst alle Zuschläge. Es gibt also keinen Zuschlag für Prospektbeilagen, Fahrt von der 1. Agentur zum 1. Kunden oder Treppensteigen. Ggf. auf Verhandlungsbasis gibt es Kilometergeld. Urlaub 4 Wochen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld keines.

    Stundenlohn sind so ca. 3 – 4 Euro, je nach Gebiet und Schnelligkeit.

    Beim Wochenblatt sind es ebenfalls ca. 3 – 4 Euro Stundenverdienst…

  • Seeler12

    Also ich mache diese “Arbeit” jetzt seit 4 Wochen und kann mir ein Urteil bilden *lach*

    55 Tagezeitungen die um 3.30 Uhr angeliefert werden sollen und für die man 45 Minuten brauch…wurde mir gesagt.
    Tatsache ist das es schon mal 6.00 Uhr werden kann und man mindestens dafür 1:45 Stunden brauch dafür.
    Der Verdienst: 6 Euro die Nacht!!!

    Fazit: Ohne mich!

  • Jim

    Es wird alles immer schlimmer, weil die gedruckte Presse unter Druck steht!!!
    Wir wollten hier in Ostfriesland einiges verändern,auch der Vertrieb sah das ein… Aber man findet ja kaum noch zuverlässiges Personal! Wie will man dann den Stamm vergrößern? Und ganz ehrlich.. Ein Zeitungsbote kann ab 2,50 Euro im Monat in die Gewerkschaft gehen. Aber das machen hier nicht mal 1 Prozent, leider! Selbst ein Päckchen Tabak ist teurer und gerade die Nachtzusteller, die 6 Nächte pro Woche auf Tour sind, verpennen so ihre Möglichkeiten total!!!http://www.zeitungszusteller.org/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif

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