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Der Verdienst eines Zeitungsboten in den einzelnen Bundesländern

Was verdient denn nun eigentlich ein Zeitungszusteller in den einzelnen Bundesländer so? Das der Verdienst ganz unterschiedlich ausfällt hat man ja hier schon in verschiedenen Artikeln lesen können und ich vermute mal ganz stark das Zeitungszusteller im Ostteil von Berlin den geringsten Botenlohn haben.

Ich weiß ganz genau das mir hier keiner auf diese Frage eine Antwort geben wird, aber ich muss auch an diese Plattform denken und mit dieser Headline hole ich schon allein wieder hunderte von Besucher auf diese Seite!

An alle Besucher die extra wegen diesem Artikel zu uns gefunden haben!

Sorry, aber ich kann leider auch nichts dafür das Zeitungsboten so viel ANGST haben, zu BLIND oder des SCHREIBENS gar nicht mächtig sind um hier Antworten zugeben.

Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Webma55 B-)

 

 

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123 comments to Der Verdienst eines Zeitungsboten in den einzelnen Bundesländern

  • Helli

    Ich verdiene bei der Zustellung in NRW im Nachtdienst 9 Cent pro Zeitung, zzgl. einem Benzingeld von 45 Euro im Monat. Dazu kommt ab und zu eine Sonderzahlung für Wartezeiten, wenn der Druck verspätet ist, oder der Auslieferer die Abladestelle zu spät anfährt.
    Monatlich verdiene ich durchschnittlich 190 Euro bei einer Wochenarbeitszeit von 6-8 Stunden.

  • Holli

    Hallo,

    Ich bin aus Thüringen. Ich habe als Urlaubsaushilfe eine Tour übernommen. Bin Neuling. 6 Tage die Woche. bis 6:00 Uhr muß ausgeliefert sein. Bekomm einen Stücklohn von 0.75 € pro vollen Monat. Dabei ist auch noch Briefpost und einmal die Woche Beilagen, die anderes abgerechnet werden, für Resthaushalte. Bezingeld bekomm ich nicht, obwohl ich eine Tour in nen anderen Ort habe. Ich weis jetzt nicht genau wie das hier ins Lohngefüge reinpasst aber so als Hartz IV Zubrot ist es schon ne Plackerei. Auch wetterfeste Kleidung wird nicht gestellt. Ein paar Regenschauer durfte ich schon erleben.

  • Thomas

    Moin,
    verteile im Bremer Umland.
    Seit 15 Jahren regelmässig 62-68 Zeitungen bei einen Zeitaufwand von 30-35 Minuten täglich von Montag bis Samstag.Es wird nur mit dem Auto zugestellt (ca. 12km im Dorf) wobei ich genau 11x aussteigen muss, weil der Briefkasten vom Fahrzeug nicht ereichbar ist.
    Der Verdienst stagniert seit Jahren und liegt bei 342,- Euro + ca. 150 Euro Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld 30Tg. sowie 100 Euro Reparaturkostenzuschuss pro Jahr.
    Habe länger überlegt ob ich das hier so schreiben kann, weil ich den Eindruck habe das es mir doch relativ gut geht. Möchte auch keinen neidisch machen sondern lediglich ganz objektiv meine Situation darstellen. Ich denke aber auch das es sicherlich noch einige andere gibt, die zu ähnlichen Bedingungen arbeiten.
    Grüsse
    Thomas

  • Helli

    Ich habe vergessen zu erwähnen, dass mir pro Jahr 24 Tage bezahlten Urlaub zustehen und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gewährleistet wird

  • admin

    Sorry Thomas aber deinen Verdienst nehme ich dir nicht ab, 342 € für 68 Zeitungen auf 12 Km, das ist hier für Berliner Verhältnisse echt schwer vorstellbar, OK, Weihnachtsgeld und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall kann ich noch nachvollziehen obwohl Weihnachtsgeld gibt es hier in Berlin wohl auch nicht mehr, von Reparaturkostenzuschuss habe ich schon gehört kenne aber keinen hier der das schon mal gesehen oder bekommen hat.

    Sollte dein Verdienst der Wahrheit entsprechen lebst du ja in einem Zusteller – Schlaraffenland, von dem Botenlohn kann man hier nur TRÄUMEN!

  • Roadrunner

    Zuerst einmal: Hallo Thomas! Schön, dass hier mal ein Kollege her gefunden hat. Ich gehe mal davon aus, dass Du auch bei der BTAG beschäftigt bist und nicht bei der Kreiszeitung. Ich erkenne das an der Zahl der Urlaubstage, dem Reparaturkostenzuschuss und natürlich am Verdienst.

    Hallo Admin, dass was Thomas hier schreibt entspricht den Tatsachen. Leider hat er nicht so ausführlich aufgeschlüsselt, wie sich der Verdienst zusammensetzt.Ich will das mal versuchen:

    68 Zeitungen X 2,37 EUR/Monat (höchste Lohngruppe) = 161,16 EUR
    12 Kilometer X 0,21 EUR X 26 Arbeitstage = 65,52 EUR
    Zahlung von Beilagen in der Zeitung (Schätzung) 10,00 EUR
    macht zusammen 236,68 EUR.

    Zusätzlich gibt es eine übertarifliche Zulage von ca. 105,00 EUR ohne die, würdest Du hier überhaupt kein Personal mehr finden. Auch gibt es
    noch Kohle für Resthaushaltsabdeckung. Und die liegt auf dem Lande glaube ich) bei 0,05 Cent pro Stück.(Stadt: 0,025 Cent).

    Der reine Verdienst liegt also bei 276,00 EUR plus Resthaushalte. Das Kilometergeld rechne ich mal nicht mit.Geht für Sprit und Reparaturen drauf und reicht nie aus.

    Das Thomas nur 11 mal aussteigen muss, ist beachtlich. Da hat er seine Leute aber gut erzogen :-) Die haben anscheinend alle ihre Röhren und Kästen gut platziert. Und als Großstädter dürfen wir auch nicht vergessen, dass die Straßenbeleuchtung in den Dörfern nachts abgeschaltet ist.

    Gruß Roadrunner

  • Roadrunner

    Möchte noch einmal auf meinen früheren Artikel zur Auslagerung der Logistik bei der Bremer Tageszeitungen AG (BTAG) hinweisen. Habe dort die Verdienstmöglichkeiten ausführlich beschrieben.

    http://j.mp/boFwzJ

    Aber auch Thomas seine Tage sind gezählt. Im Umland wird ja der Vertrieb auf längerer Sicht ganz eingestellt und man arbeitet mit Kooperationspartnern (z. Bsp. Kreiszeitung) zusammen. In Teilbereichen ist das schon geschehen. Den Kolleginnen und Kollegen wurde einfach gekündigt. Auch in Bremen gehen in der BTAG Logistik die Lichter aus. Aber bitte selbst den entsprechenden Artikel durchlesen.

    Gruß Roadrunner

  • Thomas

    Moin,
    habe mir schon gedacht das meine Situation vielleicht etwas unglaubwürdig klingt…
    das ich nur 11x aussteigen muss liegt an meinen Schwiegervater, der die Leute bereits anfang der 70er Jahre “erzogen” hat und mir die Zustellung vor 15 Jahren vererbte, seitdem gab es von mir aber keinen einzigen Krankentag und die letzte offizielle Reklamation ist etliche Jahre her…ansonsten rufen die Leute bei mir einfach vormittags an und fragen nach der Zeitung falls ich sie mal vergesssen habe…und es stimmt,nachts ist es hier stockdunkel und die Witterung wesentlich extremer als in der geschützten Stadt.

    Ja, die Tage im Schlaraffenland sind in einigen Jahren wohl vorbei… mal sehen was man mir dann bietet…wahrscheinlich werde ich aufhören…aber es kotzt mich nur noch an,dass heute alles nur noch über
    den Preis geht.

    Noch in den 70er Jahren gab es hier zusteller die vom Lohn und ein wenig Nebenerwerbslandwirtschaft relativ gut leben konnten.

    Roadrunner: Hast recht, BTAG

    Schönen start in Woche Euch allen
    wünscht Thomas

  • Roadrunner

    Hallo Thomas,

    ja wer weiß, wohin die Reise geht? Entweder wird der Bereich, in dem Du arbeitest an die Kreiszeitung abgetreten oder Du landest wie die Kollegen in der Stadt Bremen bei der Print Logistik bzw. in einer ihrer Zustellgesellschaften.

    Und ich weiß nur eines: Wenn der Verlag das durchzieht, wird er auf mich nach jahrzehntelanger zuverlässiger Mitarbeit wohl verzichten müssen. Und da ich doch einige Bezirke trage und somit doch etwas mehr verdiene als so manch anderer, wird meine Abfindung nach der Kündigung dementsprechend hoch ausfallen. Ist ja schon alles im Interessenausgleich und Sozialplan festgeschrieben.

    Und wenn ich mich nachts mit den Kolleginnen und Kollegen unterhalte, frage ich mich wirklich, wie Weser Kurier und Co. ab dem Jahr 2014 zugestellt werden. Wenn nur 50 % von denen, die heute sagen, ich höre auf, dass mache ich nicht mehr mit, wirklich in den Sack hauen, na dann Prost Mahlzeit!Es fehlen ja jetzt schon motivierte Leute, die bereit sind, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen. Und der nächste Winter kommt bestimmt…

    Gruß Roadrunner

  • Roadrunner

    Kleine Korrektur bei der Bezahlung von Resthaushaltsverteilungen
    Ich habe mich oben vertan.

    Es muss 2,5 Cent und 5 Cent und NICHT 0,025 und 0,05 Cent pro Stück heißen. Ein kleiner, jedoch gravierender Unterschied! Ich bitte um Vergebung…

  • Ishtar

    Hallöchen,
    auch wir im Rheinland sind nicht verschont geblieben.

    Unser Stücklohn pro Abo/Monat ist von 2,14€ auf 2,07€ gekürzt worden. Von bisher 30 Urlaubstagen/Jahr sind uns 2 Tage abgezogen worden.
    Urlaubs- und Weihnachtsgeld ist gekürzt worden und die Treueprämie entfällt.

    Doch alle Kolleginnen und Kollegen die dagegen geklagt haben, haben vor Gericht Recht bekommen, da der Verlag keine Zahlen vorlegen wollte/konnte, der diese Kürzungen nur Ansatzweise hätte rechtfertigen könne. Für diese Kollegen gab es eine Nachzahlung! Die dann vorgelegten Änderungskündigungen wurde von dem neu gegründeten Betriebsrat logischerweise nicht genehmigt. Auch das Gericht hat in 1.Instanz dem Arbeitgeber die Genehmigung zur Änderungskündigung nicht erteilt. Wir werden sehen, wie es weitergeht….

    Ich möchte damit nur allen Mut machen, sich für ihr Recht einzusetzen. Auch wenn man keine Rechtschutzversicherung hat, als Mitglied bei der Gewerkschaft steht einem ein Rechtsanwalt mit Rat und Tat zur Verfügung.

    Gruß Ishtar

  • admin

    Danke für eure Kommentare, hätte nicht gedacht das sich jemand hier zu diesem Thema äußert. Momentan gehört dieser Artikel zu den beliebtesten hier im Blog. An dieser Stelle möchte ich aber auch noch einmal auf den Artikel “Der Lohn eines Zeitungszustellers” von Gerlinde verweisen die dort den Verdienst eurer Kollegen im Ostteil von Berlin beschreibt.

  • Jim

    Hi @ all,

    bei uns hier in Ostfriesland arbeiten die meisten Boten auf Steuerkarte, d. heißt, Nacht für Nacht stellen wir mehrere Hundert Zeitungen zu!!!
    Für 100 Zeitungen/monatl. bekommen wir mit Nachtzulage 219 Euro brutto!!! Dann bekommen wir 4 Wochen bezahlten Urlaub und natürlich Lfz. im Krankheitsfall!!!
    Zugestellt wird hier zu 90% per (eigenem) Fahrrad. Radreparaturen werden bezuschusst, je nach Laune des Vertriebs.
    Die Touren sind so ausgelegt, dass jeder Bote täglich ca. 3 Stunden arbeitet, also von 4-7 Uhr.
    Die Touren sind hier insbesondere über Land schon sehr lang und aufwendig… Weihnachten gibt es pro Zeitung 50 Cent. Hat ein Zusteller also täglich 220 Zeitungen, dann bekommt er zum Jahresende 110 Euro brutto!!!!
    Wartegeld, Wegegeld oder ähnliches bekommen wir nicht.

  • Vronismus

    Hallo war auf der Suche nach Verdienst Zeitungszusteller und bin enttäuscht. Im Schnitt verdient man also 190,00 netto, also ca. 6,00 in der Stunde. Das lohnt sich wohl wirklich nur für Renter, Hartz4 o. Schüler :( Grüße und Danke für die Infos

  • schneckenpost

    Hallo,
    Ich stelle die Tageszeitung in einem kleinen Dorf im Erzgebirge zu. Hab 78 Zeitungen täglich (außer So. und Feiertag) breitzuschleppen auf einem Gelände, das im Winter extrem schwierig zu befahren ist und zu Fuß geradezu mörderisch auf die Knochen geht. Mein Verdienst beläuft sich auf ca. 125,00 EURO netto zuzüglich so um die 50 EURO Sprittgeld für eine Strecke von 14 km. Eigenes Auto, keine Dienstkleidung oder Ausrüstung außer einer sperrigen Tragetasche und ner Warnweste. Die gesamte Tour ist unter 2,5 Stunden nicht zu schaffen, mit extra Werbung für Resthaushalte werdens locker 3 oder 3,5 Stunden am Tag, je nach Wetterlage. Das ist jeden Mittwoch der Fall und hier in den 125,00 Euro pro Monat schon mit reingerechnet. Weihnachtsgeld oder irgendwelche sonstige Zulagen bekomme ich nicht. Im Krankheitsfall (ist grade eingetreten) bekommt es die Firma nicht mal hin, eine entsprechende Aushilfskraft zu finden. Seit zwei Tagen klingelt mein Telefon Sturm, weil die Kunden ihre Zeitung nicht oder zu spät bekommen haben. Niemand möchte diese Tour zustellen, nicht mal der ärmste Schlucker. Mit dem Wegfall des einen oder anderen Abos ist fest zu rechnen, bis ich wieder gesund bin. Dann wirste auch noch zugetextet, daß du als Zusteller Abbonenten werben sollst. *Lach* Kann ja früh um fünfe mal bei den Leuten klingen. Dann bin ich aber wieder krank weils Dresche gibt… Naja, toll, daß hier mal über das Thema geredet wird. Euch allen viel Kraft und Erfolg. Ich hab mich entschlossen zu kündigen. Dummheit muss bestraft werden! Geiz erst recht. Will die DDR nicht schön reden, aber meine Mutter hat damals von demselben Job gut leben können.

  • paudi

    Hallo,ihr Zusteller! Ich hätte mal eine Frage an die Zusteller der WAZ und WR im Ruhrgebiet,die auch die Ruhr-Nachrichten neuerdings mit austragen.Wie hoch ist Euer STücklohn?Mein Stücklohn beträgt mickrige 1,41 Euro!!Da ich ca 170 Zeitungen austrage kommen mit Nachtzuschlag und 12 Euro KM-Geld so knapp über 300 Euro zusammen.Uns wurde vor einem Jahr bei der WAZ gekündigt und verteilen hier in Dortmund alle Tageszeitungen durch die Ruhr-Nachrichten..Da ich weiss, das es in Bochum gerade umgekehrt ist und alle Zeitungen von der WAZ getragen werden,würde ich gerne jemand finden, der dort zustellt und von den Ruhr Nachrichten gekündigt wurde…Meldet Euch bitte

  • sielberpfeil

    Hallo paudi, Waz Stücklohn 1,39€ + 0,15€ Beilagen, also pro Stück und Monat 1,54€. Hierzu kommen noch 0,31€ steuerfreier Nachtzuschlag. Wenn Du noch weitere Fragen hast melde dich.

  • paudi

    Danke Sielberpfeil für Deine Antwort.Als wir in Dortmund die WR und WAZ ausgetragen haben, hatten wir den gleichen Verdienst wie Du geschrieben hast.Durch die Kündigung der WAZ mussten wir uns bei den Ruhr- Nachrichten bewerben,da es hier keine WAZ ZUsteller mehr gibt.So nach 10 Jahren Zustelltätigkeit eine herber Rückschlag. Natürlich sind wir froh,das wir weiter zustellen können,wenn auch nicht im alten Bezirk,aber zu deutlich niederigeren Koditionen…1,41€…Wo stellst Du zu? Sind bei Dir die Ruhr-nachrichten auch dazu gekommen?
    Gruß Paudi

  • sielberpfeil

    Morgen paudi, kommen aus der Nachbarstadt Herdecke. Ja, wir verteilen hier seit der Kooperation auch die RN. Die WAZ ist wohl dabei neue Lohnmodelle in der Zustellung einzuführen. Habe von Kollegen gehört das sie in anderen Gebiten kräftige Einbußen haben. Teilweise über 100€. Bei uns im Bereich ist das zwar noch nicht, aber wird wohl nicht mehr lange dauern. Bin gespannt wie das aussieht.
    Gruß sielberpfeil

  • paudi

    Hallo Sielberpfeil,danke Dir für Deine prompte Antwort…Ich nehme an, das Du schon längere Zeit bei der WAZ beschäftigt bist und keinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben hast. Die Leute , die bei den Ruhr -Nachrichten schon Stammzusteller waren,haben weiterhin einen Stücklohn von 1,53€.Na ja , wir hatten,als “Neuzusteller” mit 1,41€ angefangen,jetzt hat eine grosszügige Gehaltserhöhung von 2Cent unsere Stimmung etwas” erhöht”.Die Übernahme durch die RN erfolgte übrigens am 1,April 2010.und bei Euch ? Vorerst mal schönes Wochende….
    Grüsse von Paudi

  • sielberpfeil

    Hallo paudi, wir haben ab 01.04.2010 nur die Abos der RN die in unseren Revieren von Dortmund getragen wurden in die von der WAZ bestehenden Reviere eingespult bekommen. Das sind pro Revier im Bereich Herdecke zwischen 1 und ca. 40 Ztg. Also keine neuen Reviere oder Zusteller. Ich selbst bin seit 20 J. dabei. Ein schönes Wochenende……….sielberpfeil

  • Einzelkämpfer

    WAZ Logistik Bochum führt zur Zeit flächendeckend Änderungskündigungen durch. Ziel Reduzierung der Personalkosten für die Zusteller. Aus €1,54 je Stück und Monat werden dann mal schnell €1,50 – gerade mal 4 Cent, was soll´s,könnte man denken – unter Berücksichtigtung nicht durchgeführter Erhöhungen in den letzten 2 Jahren und hochgerechnet mit der Stückzahl sparen die Verantwortlichen je Zusteller gut und gerne um die € 180 pro Jahr, was etwas mehr ist, als das vor zwei Jahren schon mal versuchsweise gestrichene Weihnachtsgeld (wurde dann wegen Protest nachgezahlt).
    Habe die Angelegenheit an die Gewerkschaft mdB um Unterstützung weitergereicht, da es in BO leider bis heute nicht gelungen ist, einen Betriebsrat zu wählen. Sollte ein Zusteller aus BO den Wunsch nach einem BR verspüren, bitte melden, dann schaffen wir das schon.

  • sielberpfeil

    Geht es nur um Stücklohnsenkung oder werden auch die Reviere umstruktiert? Nach Gerüchten soll die ganze Sache in anderen Logistikzentren schon umgesetz sein. Aber leider kommen keine klaren Aussagen. WAZ Logistik Hagen ist wohl dieses Jahr dran. Hier besteht ein BR, aber deshalb wissen die Zusteller auch noch nicht mehr. Wünsche euch endlich genügend Kollegen die die BR-Wahl durchziehen.

  • Einzelkämpfer

    Auch die Reviere werden umstrukturiert, angabegemäß um mehr Gerechtigkeit herzustellen.

  • Wasabi

    Oh, hier ist regional ja einiges am Start. Komme aus Witten.
    Ich habe reine Fahrreviere.
    Etwa 150 Zeitungen und komme damit auf roundabout 550 €.
    Hört sich gut an, ne? Pustekuchen. Ich bin nachts jeweils drei Stunden unterwegs. In dem Geld ist natürlich auch
    Benzingeld drin. Denn meine Runde, die ich jeden Morgen fahre, ist um die 40 KM lang.
    Dazu Holperpisten, dass es einem die Wirbel raushaut. Da freut sich die Werkstatt.
    Umgerechnet auf einen halbwegs realistischen Stundenlohn komme ich netto irgendwo auf 4,57 €.

  • sielberpfeil

    Hey Wabasi, gelten in Witten noch die alten Lohnmodelle und Revierstrukturen oder ist bei euch die Umstellung schon erfolgt? Kannst Du mal ein wenig darüber berichten? Man hört bei uns immer wieder Gerüchte von Kollegen die so an den Stadtgrenzen arbeiten wo sich Reviere von Logistik Hagen und Bochum überschneiden. Leider traut sich keiner mal richtige Zahlen zu nennen.

  • Wasabi

    Hallo Silberpfeil,

    also wir wurden zum ersten Januar auf das neue Lohnmodell umgestellt.
    Sämtliche Reviere wurden aufgelöst und die neuen wurden stark verkleinert. Ich hatte vorher zwei Reviere, nun habe ich vier.
    Lohntechnisch gab es direkt Ärger. Einige haben kein Kilometergeld bekommen und manche bekommen nun prinzipiell keines mehr.
    Grundsätzlich ist der Lohn zurück gegangen, wobei in meinem Fall das Kilometergeld erhöht wurde (ich fahre aber auch mehr). Das bedeutet aber, dass der Verdienst in sich zusammenbricht, wenn man in den Urlaub geht.
    Bedenklich sind auch die neuen Verträge. Reine Knebelverträge, in denen man sich zur Annahme aller möglichen Tätigkeiten und sogar Rufbereitschaft (!!!!) bereit erklärt.
    Ich habe notgedrungen erst mal unterschrieben, versuche aber mit aller Kraft, da weg zu kommen.

  • Wasabi

    PS: Die Stücklöhne wurden wohl insgesamt auch abgesenkt, wobei ich die Lohnabrechnung vorher schon nicht verstanden habe – und nun verstehe ich sie noch viel weniger.
    Mich interessiert auch eher, was unterm Strich bei rauskommt. Ein Kollege von mir, der ist da echt bewandert drin, aber ich habe auf diese typische Verwirrtaktik keine Lust.
    Ich sehe nur, wie lange ich arbeite, wie viel ich fahre und was unten raus kommt.

    Insgesamt ist die Stimmung unter den Kollegen hier eine halbe Katastrophe. Irgendwo auf diesem Portal schrieb jemand, dass, wenn nur die Hälfte von denen, die es angekündigt haben, tatsächlich aufhören, die WAZ in ernste Probleme gerät. Kann ich stimmungstechnisch so bestätigen. Genau mein Eindruck. Die alten Hasen, die seit 20 Jahren dabei sind, überlegen ja schon, aufzuhören.
    Nachwuchs gibt es faktisch gar keinen. Jedenfalls sieht man immer die selben Gesichter. Die erfahrenen Boten zu ersetzen, wird nicht einfach sein. Wer ist schon so blöd, und schwingt seinen Hintern sechs mal die Woche für den Lohn raus…

  • sielberpfeil

    Hallo Wasabi, hört sich alles sehr verwirrend an. Wie lange sind Sie mit den vier Revieren unterwegs? Ist der Stücklohn in allen Revieren gleich, oder gibt es Unterschiede bei Überlandrevieren und Stadtrevieren (hohe Abodichte auf kleinem Gebiet). Bei uns wird gemunkelt das es unterschiedliche Stücklöhne geben soll.
    Zu den Verträgen: Sind diese mal der Gewerkschaft zur Prüfung vorgelgt worden? Welche Tätigkeiten sollen zusätzlich übernommen werden? Rufbereitschaft? Wofür?
    Wenn die Verträge so komisch sind hoffe ich, das die Kollegen sie nur unter Vorbehalt angenommen haben.

  • Wasabi

    Also die Stücklöhne sind definitiv unterschiedlich. Ich muss mal nachsehen, habe hier irgendwo eine Revierübersicht rumfliegen.
    Ich beliefere nur “Überlandreviere” (= “Fahrreviere”), also ich muss fast jeden Kunden einzeln anfahren.
    Ob die Verträge der Gewerkschaft vorgelegt wurden, halte ich für mehr als unwahrscheinlich. Die würden das in der Luft zerreissen.
    Bei den Tätigkeiten, die zusätzlich übernommen werden sollen, handelt es sich nach meiner Vermutung um eine Hintertür, durch die man dann
    den Boten zusätzliche Aufträge aufs Auge drücken kann, wenn solche denn vorliegen. Ebenso mit der Rufbereitschaft. Was für eine kranke Idee.
    Ich glaube, es tangiert irgendwelche rechtlichen Vorgaben, wenn ich hier aus dem Vertrag zitieren würde, daher lass ich es mal besser,
    das zu tun.

  • Wasabi

    PS: Wie gesagt, bin etwa drei Stunden unterwegs und ich rechne legitimer Weise das Abladen des LKW und das Sortieren, sowie die Anfahrt mit dazu.
    Einräumen tut mir das ja keiner.
    Natürlich dauert das Sortieren nun auch etwas länger, da man vor der doppelt so großen Anzahl von Zeitungen steht. Ich habe jeden Morgen über 20 Pakte zu finden und zu öffnen.
    Klar, manche “Pakete” enthalten vielleicht nur 2-3 Zeitungen, aber auch die wollen erst mal gefunden werden…

  • Einzelkämpfer

    ich suche noch immer Kollegen, die bereit sind, inBO einen BR zu begründen!!

  • Einzelkämpfer

    Ein BR kann eine Menge nachteiliger Entwicklungen bremsen oder gar verhindern,warum habt ihr ke4inen MUT?

  • Einzelkämpfer

    Und wenn ich “Kollegen” schreibe, schließt das Kolleginnen ein!! Also, seid mutig, nehmt Kontakt mit mir auf, wir schaffen das!

  • Janine

    Kann mir das mit der WAZ mal einer erklären?
    Verstehe das nicht mit den 1,54 Euro pro Zeitung pro Monat. Wie wird das auf den Monat hochgerechnet?!
    Der Nachtzuschlag von 0,31 Euro, gilt der einmalig oder pro Stunde?
    Und wieviel Fahrgeld gibt es pro km?

    Fragen über Fragen, hoffe mir kann trotzdem jemand helfe ;-)

    LG Janine

  • paudi

    Hallo Janine!
    die 1.54 Euro beziehen sich auf 25 Tragetage. Wenn also der Kunde im ganzen Monat die Zeitung erhält,erhälst Du 1,54 Euro.Die o.31 Euro beziehen sich auf die 1.54 Euro,d. h. es wird ein Nachtzuschlag von 20% gezahlt. Hast Du z.B.100 Ztg bekommst Du 154 Euro ,dazu 20% Nachtzuschlag,das sind 30,80 Euro dazu..Bei dem Fahrgeld müssten pro km 24 cent berechnet werden und zwar von der Abladestelle bis zum Bezirk.Hast Du ,mal angenommen 5 km ,so sind das am Tag 5mal 0,24 Cent,macht 1,2Euro pro Tag mal 25 Tragetage(mehr Tage werden nicht berechnet).Macht also 30 Euro. Lg Paudi

  • sielberpfeil

    Die 24 cent gibt es für PKW Nutzung. Für Fahrrad und Motorroller/Mofa gibt es andere Sätze. Fahrrad ca. 8 cent, Motorroller ca. 15 cent. Gruß sielberpfeil

  • Janine

    Ich danke euch für die schnelle Auskunft.
    Da ich im Moment “nur” als Urlaubs-/Krankheitsvertretung beschäftigt bin, kann ich mir das wohl schlecht selber ausrechnen und muss wohl auf die Abrechnung warten… Musste heute und morgen nochmal, dann weiß ich nicht wann ich wieder eingesetzt werde.
    Bekommt man die Tage an denen man eingearbeitet wird eigentlich auch bezahlt?! Bin 2 Tage mit einer aus dem Revier mitgelaufen, wäre nicht so schlimm wenn das nicht bezahlt wird, aber wenn ich Vertretung bin und jede Woche ein anderes Revier bekomme und dort immer “gratis” 2 Tage mitlaufe fände ich das etwas blöd. Weiß da jemand was?

  • paudi

    Hallo Janine,Ich denke, Du musst dich schon mit dem Teamleiter in Verbindung setzen,denn es wird unterschiedlich gehandhabt.Wenn er sagt, das Du 2 Tage Einarbeitung hast,werden sie Dir auch bezahlt,aber bitte nachfragen wieviel.Man kann das sogar auch aushandeln….Habe ich schon erlebt.denke, das 10 Euro pro Vertretungsbezirk (zusätzlich) üblich sind.Jedenfalls bei den RN in Dortmund.Wenn Du weisst, welchen Bezirk Du vertreten sollst,lass Dir doch eine Laufliste geben,dann kannst du doch mal vorher dich etwas damit vertraut machen…Lg Paudi

  • Janine

    Laufliste bekomme ich ja immer vorab um schon mal zu sehen wo ich hin muss. Aber mometan springe ich eben leider oft nur kurz überall ein…
    Bekomme aber in 2 Wochen ein Revier für längere Zeit (wg. Krankheit)
    Werde dann mal beim Teamleiter nachhaken.

    Vielen Dank Paudi!

  • gajulca

    Hallo Janine, Bo, E, DO oder wo sonst?
    Die WAZ sucht seit Monaten immer wieder Zusteller (angabegemäß wichtigstes Glied zwischen Zeitung und Kunde), die bereit sind, sich für ein “Taschengeld” die Nacht um die Ohren zu hauen. Dies kann nicht in Deinem Interesse sein, oder?
    Seit mehr als 2 Jahren wurden die Vergütungen der Zusteller nicht erhöht, obwohl den Abonennten jede Preiserhöhung mit erhöhten Zustellkosten plausibilisiert wurde. Im letzten Winter haben alle Zusteller weit über die Verpflichtung hinaus gearbeitet, den Dank erhielten wir kürzlich: eine Schachtel “MERCIE”, eine Taschenlampe und eine völlig unbrauchbare Umhängetasche. Soviel zur Wertschätzung dieses letzten Gliedes zwischen Redaktion und Kunde.
    Laufliste kannst Du vergessen, die können nicht einmal gerade von ungeraden Hausnummern unterscheiden, also musst Du Dir selbst die Laufliste optimieren.
    Bin selbst schon seit 2004 dabei, würde den Job sofort schmeißen, aber leider benötige ich das Geld um meine Krankenversicherung zu bezahlen.
    Aktuell versucht die WAZ die Einkommen der Zusteller weiter zu reduzieren, indem neue Bewertungskriterien eingefühtrt werden, was dazu führt, dass man in einem Standardrevier ca. €10 – €20 pro Monat einbüßt, was dann wiederum das “Weihnachtsgeld” refinanziert.
    Würde mich freuen, über Deine Erfahrungen zu lesen, meine EMail: gajulca@arcor.de

    herzliche Grüße

  • Wasabi

    @ Einzelkämpfer:

    Dein Wille, einen Betriebsrat einzurichten in allen Ehren – allein fehlt mir der Glaube, dass der was am Kern des Problems drehen kann.
    Meine Einschätzung derzeit ist, dass es keine Chance gibt, wirklich an den Schrauben zu drehen. Wir reden über notwendige Lohnerhöhungen in der
    Größenordnung von 100%.
    Aus meiner Sicht gibt es keine Alternative, als den Job über Kurz oder Lang zu schmeissen – je früher, desto besser.
    Es hat sich in Jahren so viel Schieflage angesammelt, dass eine echte Korrektur vermutlich schon “systemgefährdent” wäre, sprich, das System
    basiert schon auf einem faulen Fundament.
    Die Fehleinschätzung der verantwortlichen besteht darin zu glauben, man verfüge über ein konkurrenzfähiges Jobangebot (Zit. Stellenanzeige: “Sie werden sehen, es lohnt sich”).

  • gajulca

    @wasabi
    Ein Beispiel: In Hagen gibt es einen BR, Ein Erfolg: Weihnachtsgeldkürzung 2008 zurückgenommen, auf alle Zustellgesellschaften ausgedehnt.
    Leider mangelt es bei den Zustellern an Leuten, die das Geld wirklich benötigen, vielfach sind Rentner oder Aufstocker beschäftigt, denen es ziemlich egal ist, wie ihr Bruttolohn aussieht, weil das Hartz-IV-Amt bzw. der RV-Träger eh alles anrechnet, was über die Freigrenzen hinausgeht.
    Die Wahl eines BR allein reicht sicher nicht, und ich denke, dass die Arbeitnehmer in diesem unserem Lande einiges von denen in F,E und I lernen können und müssen, mein persönliches Highlight waren die Streiks in den 70ern, als wirklich mal AN-Interessen massiv durchgesetzt wurden, zu unser aller Nutzen!
    Die aktuelle Situation ist m.E. auf die Entwicklung seit dem Regierungswechsel 1982 zurückzuführen. Seitdem wurden AN-Interessen immer weiter ausgehöhlt, das Schlimmste nach meiner Einschätzung hierbei war die Entschärfung des Arbeitnehmer-Überlassungs-Gesetzes.
    Seitdem haben wir Out-Sourcing erlebt:(man gründet ein Unternehmen, lagert Arbeitskräfte dahin aus, tritt aus dem bis dahin zuständigen Arbeitgeberverband aus und schließt einen Tarifvertrag mit einer der “Christlichen” Gewerkschaften ab) oder man begrüßt die Wahl eines BR, sofern die AUB beteiligt ist.
    All dies unter dem Schutz unserer Gesetzgebung und teilweise mit höchstrichterlichem Schutz.
    Dies ändert sich glücklicherweise inzwischen. Der Mindestlohn von € 7,50 scheint allmählich gesellschaftlich akzeptiert, -überdenke mal Deinen Stundenlohn -, ich erreiche gerade mal ca. €6,00, kann aber leider im Moment noch immer nicht darauf verzichten wg. Krankenkasse.
    Daher werde ich alles versuchen – Don Quichote hin oder her – mindestens diesen Stundenlohn für meine und gleichartige Tätigkeiten durchzusetzen.
    Ein weiteres Ziel in diesem Zusammenhang ist eine stärkere Organisation der Arbeitnehmer: es kann nicht sein, dass unsere Großeltern und deren Eltern unter Gefahr für Leib und Leben auf die Straße gegangen sind um für ihre Rechte zu kämpfen und wir diese Errungenschaft mit Füßen treten, gilt übrigens auch für das Wahlrecht!
    Wäre schön, Gleichgesinnte zu finden!
    Viele Grüße

  • Wasabi

    Wie so oft von meiner Seite: Ein PS:

    Um meine Haltung noch etwas besser zu erläutern:

    Ich für meinen Teil sehe keinen Sinn darin, mich mit Leuten in einem Betriebsrat zusammenzusetzen, die sich im argumentativen Klein-Klein rund um Stücklohn- Kilometercents verlieren.
    Denn diese sind es, die sich selber ein Bein stellen. Die Änderungen, die notwendig wären, sind ganz anderer Natur als die Frage, ob es 20 Cent mehr oder weniger für eine Zeitung gibt.
    Es handelt es sich um fundamentalere Fragen, die ich unterm Strich so zusammenfassen würde:

    - Abschaffung der Stücklöhne und Umstellung auf reale Stundenlöhne für tatsächlich geleistete Stunden zuzüglich Nacht- und Feiertagszuschlägen
    - Abschaffung von Resthaltebelieferungen und anderen Sondertätigkeiten
    - Finanzielle Anerkennung der 6-Tage-Woche
    - Anpassung (Erhöhung!) des Urlaubes als Anerkennung der 6-Tage-Woche
    - Realistisches Kilometergeld und Übernahme von Reparaturkosten oder alternativ Bereitstellung eines Dienstwagens
    - Finanzielle Absicherung des Risikos, das durch das Aufbringen des eigenen PKW erbracht wird (Auto kaputt oder im Dienst verunfallt = Job weg)
    - Einrichtung einer Gefahrenzulage für jeden Boten
    - Winterzuschlag
    - Schlechtwetterzuschlag
    - Zuschlag für Arbeitskleidung und -Materialien (Schuhe, Lampen, Batterien…)
    - Fester Arbeitsbeginn, ergo zuverlässige Anlieferung der Zeitungen

    Ich halte kaum einen Punkt für durchsetzbar, aber alle für mehr als berechtigt. Wer das anders sieht, hat IMHO schon etwas die Dimensionen dafür verloren, was sich in der freien Wirtschaft eigentlich gehört. Es gibt sehr viele Jobs, die kaum unseren Widrigkeiten ausgesetzt sind, aber deutlich besser bezahlt werden – und ja, auch bei ungelernten Jobs.
    Fragt mal Pförtner, McDonalds-Mitarbeiter oder Tankstellenverkäufer – sie alle haben einen weitgehend risikofreien Job, werden nicht nass, haben eine 5-Tage-Woche, feste Arbeitszeiten und müssen den eigenen PKW nicht als Arbeitsgerät einsetzen. Ihr Lohn ist deutlich berechenbarer und in aller Regel ist der Job auch besser bezahlt. Wir hingegen stehen ganz unten und gehen sowieso schon viiieeel zu viele Kompromisse ein. Die Devise lautet: Der ehrliche (der Arbeiten will, ja sogar nachts arbeiten will) ist der Dumme. In diesem Klima und Umfeld sehe ich keine realistische Chance, die Zustände zu ändern.
    Die Zeitungen haben sich systematisch kaputt gespart und nun, wo das ganze System auf dieser Schieflage aufbaut, gibt es kein Zurück mehr, ohne, dass das Kartenhaus in sich zusammenfällt.
    Was will ein Betriebsrat da ausrichten? Es kann nur Makulatur sein, und da ist mir sowohl meine Zeit zu schade, als auch der Schleudersitz zu heiß.

  • JHO

    Hallo Wasabi,
    darf ich fragen warum Du nicht bei Mc Donalds, als Pförtner, oder Tankestelleverkäufer arbeitest?
    Gruss JHO

  • Wasabi

    JHO:

    Ich versuche gerade, an einen solchen Job zu kommen. Wie ich bereits weiter oben schrieb, ist es mein Ziel, so schnell wie möglich von der Zeitung weg zu kommen.
    Hätte ich ein entsprechendes Job-Angebot – ich würde sofort zuschlagen.
    Ich werde mich auch tatsächlich bei McDonalds bewerben.

  • Luceva

    Bin Zusteller in MH und mir wurde heute der neue Vertragsvorschlag vorgestellt. Neue Revieraufteilung,neue Nummern. Laut TL folgende Info: Bei unter 3 KM Weg für Boten wird nur KM-Geld für Fahrrad gezahlt. Mein Revier wurde 2geteilt, so dass ich nun beide unter diesem 3 KM habe. Neue Reviernummern: So kann nun keiner mehr nachvollziehen, wer wo geht und evtl über Gehälter sprechen. Auch clever.. Ich habe ein sehr treppenreiches uns bergiges Revier und bislang “Vorgartengeld” bekommen. Nun krieg ich für eine Hälfte des alten Reviers 1,75€ Stücklohn (von meinen TL groß ausgehandelt worden, laut eigener Aussage) und für den Rest den Standard von 1,54€. Ich bin seit 15 Jahren beschäftigt, wenn auch mit Unterbrechungen. Ich kann sange, dass in all der Zeit keine wirkliche Erhöhung des Lohne stattgefunden hat. Wenn Gehaltserhöhung, dann Kürzung Kilometergeld. So geht das seit Jahren! Der Frühdienst bei uns bekommt für MH aber 2 Dienstfahrzeuge, die Tasche mit Merci und Taschenlampe (die sich nicht einmal zusammen bauen liess!!) haben wir auch erhalten. Früher gab es mal Kaffee am Jahresanfang.. Größtes Problem für uns ist nun mal die Monopolstellung des WAZ Mediengruppe hier im Revier. Keine Konkurrenz = keine kritische Berichterstattung. Herr Hombach hat mit Herrn Aust (ehem. Spiegel) ein Wochenmagazin an den Start bringen wollen, die Rechte dafür hat alle Herr Aust erhalten. Das Projekt platzte kurz vor Premiere und die Rechte blieben alle bei Herrn Aust. Fazit: Millionengrab! Wer badet das aus? Wir Boten! Bescheidenes Marketing von einem Pseudo-Politiker: unter aller Kanone! Würde man uns Boten fragen, was man besser machen könnte: wir hätten reichlich Vorschläge! Resthaushaltsabdeckung? Völliger Bockmist! Bei mir nehmen die Werbeverweigerer immer mehr zu, dazu Lehrstand und Baustellen, die alle nicht berücksichtigt werden. Unter den neuen Bedingungen hätte ich Roundabout 50 € weniger Gehlat im Monat. Nein danke! Dafür stehe ich nicht 6x die Woche auf, gehe deutlich früher schlafen als Otto Normalverbraucher und verzichte auf reichlich Freizeit. Sollen Hombach und Zowislo ihre Hinterteile doch selbst um die Uhrzeit aus dem Bett schwingen! Ist nur die Frage: wie erfährt die Allgemeinheit davon, dass wir nicht angesstellt, sondern bei Menschenhändlern versklavt sind?

  • Wasabi

    gajulca schrieb:


    “Ein Beispiel: In Hagen gibt es einen BR, Ein Erfolg: Weihnachtsgeldkürzung 2008 zurückgenommen, auf alle Zustellgesellschaften ausgedehnt.”

    “Aktuell versucht die WAZ die Einkommen der Zusteller weiter zu reduzieren, indem neue Bewertungskriterien eingefühtrt werden, was dazu führt, dass man in einem Standardrevier ca. €10 – €20 pro Monat einbüßt, was dann wiederum das “Weihnachtsgeld” refinanziert.”

    Soviel also zu dem Thema…

  • Westberliner Zeitungsmann

    Ich arbeite seit fast 30 Jahren in Westberlin als Zeitungsmann.
    An den “Löhnen” kann man nicht mehr viel senken, irgendwann müssen Zwangsarbeiter die Zustellungen übernehmen.

  • Westberliner Zeitungsmann

    So wie in Japan die Vorstände die Ruine aufräumen sollten, so sollten hier die Vorstände mal mit passenden Löhnen Zeitungen austeilen.

    Zeitungen zu Schwertern.

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