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Ausgliederung der Logistik bei der Bremer Tageszeitungen AGEin kollegiales Hallo aus Bremen! Ich hatte ja schon damals vor Schließung des Blogs über die Ausgliederung der Logistik bei der Bremer Tageszeitungen AG (BTAG) berichtet. Leider sind diese Artikel nicht mehr verfügbar. Aus diesem Grund werde ich versuchen, die ganze Situation noch einmal zu schildern. Auch in der Hoffnung, dass sich auch einmal Kolleginnen und Kollegen aus Bremen hier dazu äußern. Für die Berliner ist es sicher auch nicht uninteressant. Ihr habt es ja auch in den 90 – er Jahren erleben dürfen, wie sehr Eure Arbeitskraft “geschätzt” wurde. Hier nun die aktuelle Situation, wie sie sich in Bremen momentan darstellt: Eine Tochter der BTAG hat mit dem Inhaber einer anderen Zustellorganisation in Bremen, die unter anderem die FAZ, TAZ, Handelsblatt, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Bild u.s.w. verteilt, die P + P Logistik Organisation GmbH mit Sitz in Delmenhorst (Vorstadt von Bremen) gegründet. Diese Gesellschaft wiederum gründete die Print Logistik Bremen. Damit nicht genug. Um das Ganze noch etwas komplizierter und noch verworrener zu gestalten, hat bzw. wird die Print Logistik Bremen noch weitere Töchter gründen. Meines Wissens nach gibt es mittlerweile 7 Stück davon. Geplant sind insgesamt 12 Zustellgesellschaften, praktisch nach Berliner oder Münchener Vorbild. Die Zusteller werden ausschließlich von den einzelnen Zustellgesellschaften angestellt. Betriebsräte gibt es natürlich noch nicht. Und die Gründung von BR’s gestaltet sich auch schwierig, da in jeder Zustellgesellschaft ein eigener gegründet werden muss. Das wird wohl auch ein Hauptgrund sein, weshalb man kleine Gesellschaften gebildet hat – um eben die Wahl einer Mitarbeitervertretung so schwierig wie möglich zu gestalten bzw. zu verhindern. In diese neuen Gesellschaften, die so einfallsreiche Namen tragen wie: Erste Bremer Zustellgesellschaft, Zweite Bremer Zustellgesellschaft, Dritte Bremer Zustellgesellschaft… und und und… werden alle freiwerdenden Bezirke übergeleitet. Das bedeutet, dass freie Bezirke nicht mehr mit eigenem Personal besetzt werden. Der “Altbestand” an Kolleginnen und Kollegen in der hauseigenen Logistikabteilung hat noch 4 Jahre Galgenfrist bekommen. Das heißt, auf betriebsbedingte Kündigungen wird bis zum 31. 12.2013 verzichtet. Allerdings mit einer Ausnahme. Im Bremer Umland, wo auch Bremer Nachrichten und Weserkurier gelesen werden, wird man überwiegend mit dem Vertrieb der Konkurrenzzeitung (Kreiszeitung) zusammenarbeiten. Das bedeutet, die Kollegen und Kolleginnen der BTAG werden schlicht und einfach entlassen, allerdings mit einer Abfindung. All das ist in einem Interessenausgleich und Sozialplan, über den mit dem Betriebsrat in der Einigungsstelle über Monate mit aller Härte verhandelt wurde, festgeschrieben. Dafür gilt für uns “alte Träger” zunächst der 1993 mit Hilfe von VERDI, bzw. des Vorgängers IG Druck erkämpfte Tarifvertrag für 4 Jahre weiter. Allerdings dann 9 volle Jahre ohne jegliche Lohnerhöhung. Aber wir mussten noch einige weitere fette Kröten schlucken. Für Zweitwürfe, dass heißt für Werbung die aus technischen Gründen nicht der Zeitung beigelegt werden kann, reduziert sich der Stücklohn von 2,5 Cent auf 1,5 Cent und Resthaushaltsabdeckungen (RHH), Werbung an Nichtabonnenten, wird verpflichtend. Es sei denn, man schafft es zeitlich nicht (Berufstätigkeit im Hauptberuf, Kinder zu Hause o.ä.). Aber die fetteste aller Kröten ist die Postzustellung, (Citipost, Verlagshaustochter – was sonst?) die in naher Zukunft auf uns zukommen wird. Zusteller sollen Briefe für einen einheitlichen Stücklohn von 12,5 Cent inkl. Nachtzuschlag zustellen. Maximal sollen nur 45 Briefe pro Tag und Bezirk anfallen. Auch wird sicherlich nicht 4 Jahre gewartet, bis wir die anderen Zeitungstitel, die der Geschäftspartner über seine Logistik verteilen lässt, mit zustellen müssen. Auf längere Sicht hätten wir dann 10-14 verschiedene Titel zu bewältigen. Aber das ist reine Spekulation von mir. Aber aus welchem Grund sollte man sonst eine gemeinsame Zustellorganisation gründen? Die anderen Konditionen aus unserem Tarifvertrag gelten weiter. Diese sind: 2,04 bis 2,37 Stücklohn inkl. 25 % Nachzuschlag pro Monat/Zeitung (5 Lohngruppen, je nach gelaufenen Metern pro Zeitung Diese Konditionen sind festgeschrieben bis zum 31.12.2013 und gelten nur für Kolleginnen und Kollegen der Bremer Tageszeitungen AG und NICHT für die neu gegründete Print Logistik Bremen und deren Zustellgesellschaften! In den neuen Zustellgesellschaften gilt das alles selbstverständlich nicht mehr. Mir ist nur bekannt, dass dort ein Stücklohn von 2,04 € gezahlt wird. Also der Lohn, den wir in der untersten Lohngruppe erhalten. Vielleicht gibt es da noch Zuschläge, ist mir aber nicht bekannt. Ich weiß nur, das bei uns im Hause schon ein Stücklohn von 1,25 plus Nachtzuschlag im Gespräch war. Das konnte der Betriebsrat noch verhindern. Aber daran lässt sich gut erkennen, wohin die Reise demnächst geht. So, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist alles etwas lang geworden und bestimmt habe ich einiges vergessen zu erwähnen. Solltet Ihr Fragen haben – nur zu. Ich verweise aber auch noch einmal auf die hier verlinkte Verdiseite. Da wird auch über die Situation bei uns in Bremen berichtet. Roady Für Google und Co: Bremer Tageszeitungen AG, BTAG, P + P Logistik Organisation GmbH, Printlogistik GmbH, Print Logistik GmbH, Erste Bremer Zustellgesellschaft, Zweite Bremer Zustellgesellschaft, Dritte Bremer Zustellgesellschaft, Vierte Bremer Zustellgesellschaft, Fünfte Bremer Zustellgesellschaft, Sechste Bremer Zustellgesellschaft, Siebte Bremer Zustellgesellschaft, Achte Bremer Zustellgesellschaft, Neunte Bremer Zustellgesellschaft, Zehnte Bremer Zustellgesellschaft, Elfte Bremer Zustellgesellschaft, Zwölfte Bremer Zustellgesellschaft, ZG 1, ZG 2, ZG 3, ZG 4, ZG 5, ZG 6, ZG 7, ZG 8, ZG 9, ZG 10, ZG11, ZG 12, Zeitungszusteller, Zeitungszustellerin, Zeitungsbote, Zeitungsbotin, Zeitungsträger, Zeitungsträgerin, Zeitungsverträger, Zeitungsverträgerin, Citipost Bremen, Nordwestmail.
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Wenn ich mir so das anschaue sieht es doch gar nicht so schlecht aus… Allerdings bleibt die Frage wie viel Zeitungen pro Tour, Laufkilometer und so, wieviele Treppen (ohne Fahrstuhl) und ob 6 bzw. 7 Tage…
Bei Post sind doch 12,5 sehr gut. Ich habe gerade mal 6 Cent damals bekommen. Nachtzuschlag wurde nicht gezahlt da ja laut BZV die Tageszusteller dafür zustandig sind was aber, wen wundert es, die Nachtzusteller gemacht wurden. Für die eine Ausgabestelle, Martin Opitz, wurde eine neue Art der Zustellung erfunden, die ich hier nicht erwähnen möchte wie diese aussah… zu hart!
Meine Fragen: Was ist 95 % Jahresleistung errechnet vom Stücklohn ?
Wie lange läuft der Anlieferungsvertrag an die ZGs ?
Hallo Micha,
zuerst einmal, ich glaube, ich habe mich etwas undeutlich ausgedrückt.Ich schrieb:
“Die anderen Konditionen aus unserem Tarifvertrag gelten weiter. Diese sind:”
Das gilt nur noch bis zum 31.12.2013. Bis dahin wird ja auch auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Dann kann den Kollegen in der “alten Firma” gekündigt werden. Wir können uns dann bei den neuen Zustellgesellschaften bewerben. Unsere derzeitige Logistikabteilung wird uns “aktiv dabei unterstützen”, so das wir auch dort angenommen werden. Es gibt dann neue Verträge und eine 6 monatliche Probezeit. Aber Rebellen und Betriebsräte der dann ehemaligen Logistik werden bestimmt nicht übernommen, da kannst Du Dir sicher sein. Obwohl jedes paar Füße dringend gebraucht wird.
Unsere Zustellbezirke bzw. Touren sind sehr unterschiedlich zugeschnitten und haben von daher sehr unterschiedliche Stückzahlen. Das geht bei 20 Stück los und endet bei 350- vielleicht auch 400 Stück. Das liegt am Rückgang der Abos. Dann sind Kleingartengebiete dabei oder auch Hochhaussiedlungen, wo von 100 Briefkästen im Hause dann 1-2 Stück mit einer Zeitung bestückt werden (Geldmangel bei den Bewohnern).
Hinterhäuser, Hinterhinterhäuser und Häuser dahinter mit 5 Seitenflügeln wie in Berlin gibt es im Dorf mit Straßenbahn (Bremen) nicht. Und ich habe mal gerade 7 überschaubare Schlüssel dabei und das ist schon die Ausnahme. Wie viel Kilo Schlüssel habt Ihr? Und auf Etage wird hier in Bremen nichts geliefert. Bei uns sitzen die Kästen meistens unten. Hatte mal eine Oma, da bin ich rauf in den 2. Stock, aber das war freiwillig. Meistens wartete sie schon mit Käffchen
Zur Jahresleistung: 95 % vom Stücklohn bedeutet, dass du bei einem Stücklohn von 3,37 € pro Zeitung/Monat inkl. Nachtzuschlag, 3,20 € zusätzliche Jahresleistung (man kann es auch Weihnachtsgeld nennen) bekommst. Hast du 150 Zeitungen, bekommst du also 480 € Jahresleistung. Brutto versteht sich. Grundlage für die Berechnung ist der Novemberstücklohn, ausgezahlt wird mit der Dezemberabrechnung.
Zum Anlieferungsvertrag: Ich weiß nicht ganz genau, was Du damit meinst. Die Zeitungspakete für unsere Kollegen in den neuen Zustellgesellschaften werden von den gleichen Fahrern zusammen mit den Zeitungen für die Bezirke der “alten Firma” angeliefert. Es ist doch sowieso alles eine Farce. Die neuen Gesellschaften wurden ohnehin nur gegründet, um den Tarifvertrag zu umgehen.
Noch einmal zur Verdeutlichung:
Die neuen Firmen wurden von einer Tochter der BTAG und einer weiteren Zustellfirma, die in Bremen aktiv ist,gegründet.
Die ganze Logistik wie:
Abpacken der Zustellbezirke
Anlieferung an die Zusteller
Nachliefern von fehlenden Paketen oder einzelnen Zeitungen
usw. übernimmt die alte Firma.
Und wenn man kurzfristig erkrankt, ruft man den Frühdienst der alten Firma an und meldet sich krank. Dort lässt man auch fehlende Zeitungen an Kunden nachliefern und klärt Probleme. Du siehst also, alles eine komplette Verarsche.
Hi!
Mit Anlieferung meinte Ich wie lange ist der Vertrag gültig das der Auftraggeber die Zustellgesellschaften beliefert und danach neu verhandelt werden muss. Bestimmt 6 Monate, oder ?
Wie viel kostet der ZG eine Rekla und wie viel eine Mehrfachrekla ?
Hi Micha
Zu Deiner ersten Frage kann ich Dir keine Antwort liefern. So etwas erzählt man dem popeligen Zusteller nicht.
Nachlieferungen an die Abonnenten übernimmt hier bei uns, soviel ich weiß, ein Taxiunternehmen. Und die bekommen mit Sicherheit eine Pauschale. Ich denke nicht, dass die nach Stück bezahlt werden.
Insgesamt sehe ich in der Zukunft einige Probleme auf uns zukommen. Viele verschiedene Zeitungstitel, die von unterschiedlichen Speditionen zu unterschiedlichen Zeiten im Versand bzw. an die Kommissionierungsstelle angeliefert werden, müssen nach Bezirken abgepackt werden. Zusätzliche Prospekte für Resthaushalte, die gebündelt werden müssen.Unter Umständen auch Warenproben (ja, davon war auch die Rede)Und dann die Post, die Diebstahlsicher an den Ablagestellen deponiert werden muss.
Die heutigen Anlieferzeiten, sind bestimmt nicht mehr einzuhalten. Man hat dann zwar mehr Verdienst durch mehr Zeitungen. Schafft aber womöglich nur noch einen Bezirk in der vorgegebenen Zeit bis 6:00 Uhr und muss den 2. oder 3. Bezirk, den man hatte, abgeben. Im Endeffekt verdient man dann deutlich weniger.
Bei der kleinsten Verspätung bricht dann das Chaos aus.
Im Übrigen hatten wir heute Nacht in Bremen minus 12 Grad. Ich weiß, der Berliner lacht über solche Temperaturen. Schon mal versucht, dünne Prospekte mit Handschuhen zu greifen? Vergiss es. Ich habe meine Pfoten nicht mehr gespürt heute Nacht.
Hallo Roadrunner, also wenn ich das so lese, denke ich, Du meinst man sollte alles beim alten lassen, richtig? Verdienst, Bezirke, Arbeitszeit, Jahresleistung, alles geht einfach so weiter. Weißt Du wieviele Abos der Weser Kurier im Schnitt pro Quartal verliert? Dann nimm mal die Auflage und ziehe die gekündigten Abos einfach ab, dann weißt Du wann Dein letzter Arbeitstag ist. Im Übrigen würden sich die Berliner Kollegen sicherlich die Finger nach den derzeitigen Bedingungen in Bremen lecken. Bremen gilt als eines der letzten Zustelleroasen, wo noch Milch und Honig fließen. Wo man noch über die Wasserstandsdichte der Regenjacken für Zusteller diskutiert. Aber auch hier wendet sich nun das Blatt. Macht Euch mal kreative Gedanken, was man alles noch so machen könnte als Zusteller, das würde Euch und dem Arbeitgeber sicherlich helfen.
Hallo THJ, mir ist klar, dass es dem Unternehmen nicht so gut geht wie früher. Aber müssen sich die Zustellerinnen und Zusteller, ohne die in dem Laden überhaupt nichts laufen würde, deshalb alles gefallen lassen? Wir liegen mit unserem Verdienst sowieso am unteren Ende der Lohnskala. Und werden weiterhin verzichten müssen.
Keiner hat etwas dagegen, wenn er durch zusätzliche Produkte mehr Geld verdienen kann. Aber zu halbwegs guten Konditionen.Und über Jahresleistung und Co kann man immer reden. Meine Meinung.
Und was die Regenklamotten angeht: Das ist aktiver Arbeitsschutz. Wenn ich durchregne, weil unter Umständen billiger Kram angeschafft wird – wem bitte ist damit gedient? Dem Arbeitgeber garantiert am Wenigsten, wenn sein Personal erkrankt zu Hause im Bett liegt.
Und den Vergleich Bremen – Berlin hatten wir schon einmal. Ehrlich gesagt habe ich keine Lust mehr darüber zu diskutieren. In Berlin gab es vor Gründung der Zustellagenturen auch bessere Zeiten, zumindest im Westteil der Stadt.
Und Geld scheint bei der BTAG immer da zu sein, wenn es um andere Sachen geht. Da fließen Sponsorengelder, es gibt Beteiligungen an Radio- und Fernsehsendern. Und meinst Du, das Parkhaus PRESSEHAUS in der Martinistraße trägt seinen Namen umsonst? Ich denke mal nicht. Aber das ist reine Spekulation.
Hallo Roadrunner,
die frage die sicher jeder immer wieder stellen muss, ist, was ist meine Arbeit wert und für welchen Kurs gehe ich da überhaupt hin. Es ist ein freies Land und jeder kann selbst bestimmen was er tut, oder auch nicht. Die Abwärtsbewegungen können allenfalls verlangsamt, aber nicht gestoppt werden. Siehe andere aussterbenede Berufe, wie Kohlenträger, Milchmann, Bergarbeiter, oder auch Produktionsjobs, die jetzt in China sind.
Das es in Berlin bessere Zeiten für die Zusteller gab, ist unbestritten. Da haben die Verlage mehr Geld ausgegeben und hatten eine schlechtere Qualität. Jetzt sparen sie Millionen und haben eien deutlich beseere Qualität.
Was den Arbeitschutz angeht hast Du sicherlich recht, aber auch Regenjacken müssen bezahlt werden. Frag mal in Berlin ob die Regenjacken, oder irgendetwas kennen. Trotzdem sind die Kosten und dioe Reklamationen nur halb so hoch wie in Bremen. Da stimmt doch was nicht, oder?
Hallo THJ,
wie gesagt, ich stelle hier keine Vergleiche Bremen-Berlin an. Das ist mir einfach zu billig. Und woher weißt Du, dass die Kosten in Berlin und die Reklamationsquote nur halb so hoch sind?
Und was die Reklamationen bei uns im Hause angeht: Vielleicht wird in Bremen einfach mehr geklaut? 99 % meiner Reklamationen sind jedenfalls unbegründet. Auch wenn ich mit meinen Arbeitsbedingungen nicht einverstanden bin, so stelle ich meine Zeitungen gewissenhaft zu. Zumal ich weiß, dass meine Abonnenten mit meiner Arbeit sehr zufrieden sind. Das durfte ich gerade zu Weihnachten wieder erfahren.
Zu den Reklamationen kann ich nur sagen, ich kenne sie einfach. Das in Bremen mehr geklaut wird als in Berlin Neukölln, oder Kreuzberg, oder Wedding, glaube ich nicht. Zeitung geklaut ist immer so eine pauschale Ausrede von Zustellern. Aber Du wärst der erste Zusteller der wirklich ernsthaft behauptet das 99% seiner Reklas unberechtigt sind. Arme Vorgsetzte. Mal überlegt was man gegen Diebstahl tun kann?
Nein, dass ist keine Ausrede, was unterstellst Du mir da?
Und was man gegen Diebstahl tun kann? Seine Abonnenten auffordern, ausreichend große Briefkästen anzuschaffen, den Werbemüll und die Anzeigenblätter aus den Kästen zu entfernen,seine Nachbarn per Aushang aufzufordern, die Finger von der Zeitung zu lassen (bei Türschlitzen, wo man nicht an die Kästen kommt). Es wird immer schlimmer mit den Diebstählen. Aber diese Forderungen hat der AG an seine Abonnenten zu stellen. Aber der wird sich hüten, der bläst denen eher Zucker in den…
Bitte Zeitung ganz in den Briefkasten stecken! Fragt sich bloß wie, bei dieser vorgefundenen Situation…
Voller Briefkasten
aloa Strassenflitzer ! Du hast vollkommen Recht , diese situation kenne ich zur Genüge . Gerade Montags , volle Kästen und Rollen durch nicht entfernte Wochenendwerbung . Und komisch immer bei denn selben Patienten ! Also laß Dir nichts einreden von Leuten die scheinbar gar keine Ahnung haben ! Grüße aus Berlin , Micha
Hallo Michael,
nein, ich lasse mir bestimmt nichts einreden. THJ ist ein Insider, ich vermute aus der Geschäftsleitung der BTAG oder vielleicht ein sogenannter Vertriebsinspektor. Vielleicht auch einer aus der neuen Printlogistik. “Wasserstandsdichte” bei Regenjacken und Reklamationsaufkommen – das sind Sachen, die weiß nicht jeder. Aber so einen hatte ich ja schon mal an mir kleben, bevor damals der Blog geschlossen wurde. Da hieß er “Alfred”
Tja, also das was den Reklas angeht hat der THJ gar nicht mal so unrecht. 99% der Reklas sind berechtigt ist bei weitem übertrieben. Sagen wir mal 80%.
Ich weiss ja nicht wo das problem bei vollen Briefkästen ist, aber dann schreib den Namen auf die Ztg. (oder auch nicht) und leg sie unter den HBK. Dann sagt mann (oder Frau) den Ausgeber oder Nachtinspektor bescheid das man nicht korrekt liefern konnte und gut ist!
Merke: Schreib jeden Mist auf und sag dem entsprechenden “Vorgesetzten” bescheid.
Wenn der Name falsch geschrieben ist, die Hausnummer nicht stimmt, HBK voll, es liegen 3 oder mehr Zeitungen vor der Wohnungstür, kein Schlüssel, usw ALLES MELDEN. Du hast dein bestes getan ist bist dann sicher!
Meine letzte Meldung war das ich das Titelplatt des “TIPs” leicht beschädigt wurde beim ablösen der DVD. Es war nicht möglich beides in einem durchzustecken! BASTA.
Hallo Roadrunner, ich klebe an niemanden, auch nicht an dir, ich lese diesen Blog, genauso wie den damaligen als ehemals Betroffener. Da ich in der Zwischenzeit etwas anderes mache bin ich hier auch nur noch sehr selten, aber sehen bzw. lesen wie sich das ganze so weiterentwickelt will ich schon. ( bin halt neugierig ). Eins kann ich dir auch garantieren: Ich habe nichts zu tun mit thj und ich heiße immer noch Alfred!
Viele Grüße von
oben Genannten
Den Lohn der da oben steht hätte ich gerne, da würde es mir Finanziell besser gehen
Ich Arbeite als Zusteller bei der Mitteldeutschten Zeitung (gehört ja zur DuMont Gruppe) und verdiene Dort folgendes:
1,16 Stücklohn zzgl. Nachzuschlag pro Monat/Zeitung
1,0 Cent für Prospekte die zusätzlich zur Zeitung gesteckt werden müssen
8,0 Cent für Briefe (egal ob kleine Postkarte oder 2 KG schwerer Katalog bzw. Brief)
0-1000 KM 21 Cent pro Kilometer, 1001-2000 KM 20 Cent pro Kilometer und ab 2001 Kilometer 15 Cent pro Kilometer für´s Auto (für Fahrrad, Roller und Co gibt es GAR NICHTS!)<– gibt es aber NUR für Kurierfahrten!
24 Tage bezahlten Urlaub
40 % zusätzliches Urlaubsgeld errechnet vom Stücklohn
60 % Weihnachtsgel errechnet vom Stücklohn
2,50 € Wartezeitvergütung pro angefangene Stunde
20,00 Euro für Fahrradreparaturen im Jahr, für Auto Reparaturen gibt es gar nix
Da fühlt man sich im Vergleich zu Zustellern von anderen Zeitungsverlagen regelrecht AUSGEBEUTET!!!
Was der Kollege Ost-Zusteller verdient, ist schon traurig und teilweise richtiger Hohn!! 20 Euro für Fahrradreparaturen im Jahr, ein Witz!!!
Nun gut,man muß die Bezirke sehen!!! Wir haben hier auch große Überlandbezirke und es gibt kein Kilometergeld!!! Somit sind 2,19 Euro Stücklohn(incl.Nachtzuschlag)auch nicht viel, wenn man bei Sturm und Regen zwischen den Zustellungen große Wege zurücklegen muß!! Schafft man dann nur 40-50 Zustellungen pro Stunde, dann weiß man, weshalb der Stücklohn so hoch ist.
Jeder Verlag zahlt nach eigenem Gutdünken und durch´s Internet bekommt man nun mal Info´s aus anderen Ecken der Republik!
Sehr interessant finde ich den Artikel, den ich durch einen Link im Laufband der HP gefunden habe:
VERDI: “Fachkräftemangel” – jetzt auch in der Zeitungszustellung!
Dort wird die ganze traurige Situation vom BDZV in Sachen Zustellung beschrieben und hinterfragt!!!
Hallo ihr Lieben !!
Ich bin nun leider seit 1 April 2011 bei der 7ten Bremer Zustellgesellschaft,was sich sofort bemerkbar gemacht hat. Ich habe ca. 180 Zeitungen pro Nacht, und muß dafür 46 km jede Nacht zurück legen. Jetzt kommt’s, ich verdiene dafür so um die 550 Euro, ist das nicht ein Witz ?? ich habe locker 200 Euro Spritkosten pro Monat, was bleibt sind 350 Euro, da kann ich genau so gut zum Arbeitsamt rennen. Was sagt ihr dazu ??
Lg Melanie
Hallo Melanie,
Was heißt denn: Ich bin nun leider seit April bei der 7ten Bremer Zustellgesellschaft? Hast Du da neu angefangen oder hast Du “freiwillig” gegen Bares den Wechsel von der BTAG in die Zg 7 vollzogen? Im letzten BR-Info stand ja, dass Kollegen und Kolleginnen “unmoralische” Angebote unterbreitet wurden. Womöglich werden sie auch noch unter Druck gesetzt.
46 Kilometer! Mannomann, dass hört sich nach Landbezirk an.
Ich kann nur jeden warnen, für ein paar lumpige Euronen freiwillig in die Print Logistik oder in eine ihrer unsäglichen Tochterfirmen zu wechseln. Haltet durch bis zum 31.12.2013 und nehmt Eure ausgehandelten Abfindungen mit. Bei einem Wechsel in die Zustellgesellschaften kann man nur verlieren:
Weniger Stücklohn
6 Tage Urlaub weniger
Kein Urlaubsgeld
Keine Jahresleistung
Kein Wartegeld
Weniger oder gar keine Reparaturkostenpauschale
Keine Bezahlung von Beilagen in der Zeitung
KEINEN TARIFVERTAG MEHR!!!
Unbedingt immer vorher den Betriebsrat kontaktieren. Wenn etwas unterschrieben ist, ist es meist zu spät!
Herzliche Grüße vom Roadrunner (der sich nicht verarschen lässt)
Hallo Roadrunner,
mir blieb nichts anderes übrig als zu wechseln, da ich seit 2009 zwar bei den Bremer Nachrichten angestellt war,aber leider nur als Vertreung. Nun mußte ich meine Touren fest übernehmen. Tja so bin ich nun zu der 7ten gekommen. Jedoch muß ich dann doch mal sagen, es gibt z.b Urlaubsgeld, die Beilagen werden auch bezahlt meine ich, da müßte ich aber noch mal in meinen Vertrag schaun. Ich denke aber doch bei so vielen Kilometern die ich fahre, müßte die 7te doch noch was drauf legen oder denkst du nicht? Findest du 550 Euro normal? Das schlimme ist ja auch immer, auch wenn ich sage das ich das nicht mehr mit machen werde und die sich jemanden anderen suchen sollen, finden die 100% jemanden der für noch weniger Geld die Touren fährt.
Gruß Melanie
Hallo Melanie,
das ist ja blöd gelaufen bei Dir mit dem Wechsel. Aber noch eine Frage: Meinst Du mit Urlaubsgeld die Entgelgfortzahlung im Urlaub oder das ZUSÄTZLICHE Urlaubsgeld? Wir bei der BTAG bekommen ja noch 50% vom Stücklohn extra, wenn wir Urlaub nehmen.
Mit Beilagenbezahlung meine ich die Vergütung der Beilagen IN der Zeitung. Ich meine, die werden bei den Zustellgesellschaften nicht mehr gezahlt. Nur noch die Resthaushaltsabdeckung.
Der Verdienst bei den Kilometerlangen Touren ist meiner Meinung nach unterirdisch. Wie lange brauchst Du denn für die paar Zeitungen? Da müsste es doch noch eine Art zusätzliches Wegegeld geben.
Bekommt Ihr in der 7. ZG kein Kilometergeld für das Auto? Wir Zusteller bei der BTAG bekommen ja noch 21 Cent pro Kilometer. Das ergäbe dann bei Dir folgende Rechnung:
21 Cent X 46 KM X 26 Arbeitstage/Monat = 251,16 EUR Kilometergeld. Was für Sprit und Reparaturen mit Sicherheit draufgeht. Denke mal an Deine Bremsbeläge und die anderen Verschleißteile an Deinem Wagen. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Wenn ich das dann von Deinen 550,00 EUR abziehe bleiben Dir nach meiner Berechnung rund 300,00 EUR über. Das wären rund 11,54 EUR PRO NACHT!!! Eine meiner Meinung nach miese und menschenunwürdige Bezahlung. Es gibt leider immer Leute, die für noch weniger Kohle arbeiten. Da hast Du recht. Aber eine Bezahlung, wie Du Sie erhältst, ist einfach nur asozial! Ich denke, so schnell findet sich niemand, der dafür arbeitet.
Gruß Roadrunner
PS: Wann hast Du denn Deine Zeitungen bei dem Warnstreik heute erhalten. Ich durfte mir rund 1,5 Stunden die Beine in den Bauch stehen…
Jetzt wo du es sagst ,Urlaubsgeld selber hab ich aber damals als Vertretung auch nicht bekommen meine ich. Und du hast recht ich habe locker um die 200 Euro Spritkosten. Mit dem Kilometergeld muß ich morgen noch mal in meinen Vertrag schaun, gestern hatte ich was von 21 Kilometern für die eine Tour gesehen die bezahlt werden.
Und du, meine Zeitungen kamen heute auch erst um 3 Uhr. War ja wohl irgendwie so das der Weserkurier streiken wollte aber die Bremer Nachrichten nicht, so ganz versteh ich das auch nicht , aber deshalb kamen die Zeitungen dann so spät.
Ich hatte gestern schon mit dem Lohnbüro geredet das es einfach zu wenig Geld ist. Er meinte es würde nun überprüft, na mal schaun was dabei raus kommt. Ich habe im Gegensatz zu vorher als ich noch als Vertretung bei den Bremer Nachrichten angestellt war über 300 Euro mehr als jetzt.
Gruß Melanie
Hallo Melanie,
na, da wünsche ich Dir viel Glück, was Deine Bezahlung angeht. Vielleicht springt ja noch was raus für Dich.
Wie lange bist Du denn unterwegs in der Nacht. Würde mich mal interessieren.
Übrigens wurde heute in “Buten un Binnen” berichtet, dass es wieder einen Warnstreik gab. Ich hoffe, wir müssen nachher nicht wieder so lange warten. Immerhin bekomme ich ja noch sensationelle 3,07 EUR Brutto Wartegeld/halbe Stunde. Ich glaube, die ZG7 zahlt da nüscht – oder irre ich da?
Gruß Roadrunner
Guten Morgen Roadrunner,
na da waren die Zeitungen ja heute Morgen doch mal schön früh
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Also ich habe gerade meinen Vertrag vor mir, Km Geld bekomme ich für die eine Tour z.b 112 Euro pro Monat und zusätzlich noch 32 Euro Wegegeld.
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Dann steht z.b Stücklohn/ Monat 1,30, das ergibt bei mir 96,20 Euro. Dann steht noch was von RHH, ÜT , da steht noch eine Menge mehr, womit ich aber nicht sehr viel anfangen kann
Ich fahre immer so 3 Stunden die Nacht, es kommt drauf an wann die Zeitung kommt.
LG Melanie
Hallo Melanie,
Du schreibst oben, dass Dir nach Abzug der Spritkosten ca. 350 EUR bleiben. Ich rechne mal kurz:
350 EUR : 26 Arbeitstage = 13,46 : ca 3 Stunden = 4,49 EUR Brutto/ Stunde. Ich sitze hier fassungslos vor dem Monitor… Mannomann, wenn das Deine Leser wüßten.
Habe ich mich verrechnet? Falls nicht, das ist AUSBEUTUNG!!! Hau auf die Kacke und fordere mehr Lohn. Ansonsten drohe mit Kündigung. Oder bist Du dringend auf die paar lausigen Euros angewiesen?
Gruß Roadrunner
Das habe ich mir doch gleich gedacht: Melanie hat zuviel von sich preisgegeben. Ihren wahrscheinlich richtigen Vornamen gepostet, Details aus Ihren Bezirken genannt,so dass man sie identifiziert hat. Und promt hat man ihr einen Maulkorb verpasst.
Das Ganze nennt sich dann freie Meinungsäußerung. Und das bei einer Tageszeitung, die sich so gerne auf die Pressefreiheit beruft.
Habe ich etwa nicht recht? Dann bitte,liebe Melanie, MELDE DICH! Oder warum stellst Du Dich seit 1,5 Monaten Tot?
Ich weiß, die Chefetage der BTAG ließt hier mit. Sonst stände dieser Artikel nicht auf Platz 2 der beliebtesten Beiträge. Einen lieben Gruß an meinen Chef…
Die Zusteller werden ausschließlich von den einzelnen Zustellgesellschaften angestellt. Betriebsräte gibt es natürlich noch nicht. Und die Gründung von BR’s gestaltet sich auch schwierig, da in jeder Zustellgesellschaft ein eigener gegründet werden muss. Das wird wohl auch ein Hauptgrund sein, weshalb man kleine Gesellschaften gebildet hat – um eben die Wahl einer Mitarbeitervertretung so schwierig wie möglich zu gestalten bzw. zu verhindern.awesome!
Wenn ihr wüstet was wir in Dortmund als zusteller verdienen,ihr würdet vor mitleid heulen
Dann verrate es uns doch. Schlechter als Hagen kann es nicht sein.
Nachzulesen unter Verdienst eines Zeitungsboten.
Hallo Sturmwolf,
ja bitte, berichte doch einmal ausführlich über Eure Konditionen in DO! Würde mich auch sehr interessieren.Vielleicht an entsprechender Stelle unter “Verdienst eines Zeitungsboten”. Grüße aus Bremen
Roadrunner
Wenig verdienen ? Wenn ich euch erzähle , dass ich für 15 Kilometer pro Tag zu Fuss, 6 Tage die Woche etwas über 200 € im Monat verdiene reicht das ? Ich kenne eure Tarife nicht denke aber das diese besser oder höher sind als bei uns in Köpenick in Berlin ! Also heult mal ruhig weiter !!!! Grüße aus Berlin Micha
Ich habe ca.280 € für 170 zeitungen.die zeitungen sind von verschiedenen druckhäuser,muß aber 10km täglich zur ablade fahren,erst ab da bekomme ich km geld.wie in den meisten bundesländer gbt es hier auch keine witterungs bedingte kleidung.wir wollten ein betiebsrat gründen,der sich um diese belange kümmert. viele zusteller waren begeistert,als wir kontakt mit verdi aufgenommen haben,haben die meisten kalte füße bekommen.das wars.
gruß
sturmwolf
Hallo Sturmwolf,
ich habe mal gerechnet. Pro Zeitung sind das knapp 1,65 €/ Monat. Das ist äußerst bescheiden. Den Stücklohn haben wir zwar auch, allerdings in der untersten Lohngruppe. Zusätzlich bekommen wir darauf noch 25% Nachtzuschlag gezahlt. So liegen wir bei 2,04 € Brutto /Monat.
1,65 war auch mal bei uns im Gespräch, aber da hat Verdi und der BR nicht mitgemacht. Bei uns wird ja ausgegliedert. (siehe meinen Bericht oben) Und was im Endeffekt dann Anfang 2014 in den neuen Zustellgesellschaften gezahlt wird, vermag ich nicht zu sagen. Im Moment sind es auch 2,04 €. Unter diesem Stücklohn würdest Du hier in Bremen niemanden finden, der sich das antut.
Was bekommt Ihr denn für die Resthaushaltsverteilung (Prospekte an Nichtabonnenten)? Und werden bei Euch noch Beilagen in der Zeitung bezahlt?
Ja, dass mit den BR Wahlen ist so eine Sache: Alle mosern und meckern, aber wenns zur Sache geht, ziehen sie den Schwanz ein. Wir bei der BTAG haben einen eigenen Betriebsrat nur für die Logistik. Und der ist Klasse. In den neuen Zustellgesellschaften der Tochter Print Logistik GmbH gibt es leider noch keine Betriebsräte. Mit den Leuten können sie machen, was sie wollen.
Gruß Roadrunner
@ Michael Rasch
Wir heulen nicht, wir tauschen uns aus. Genau so gut könnten wir sagen, wat sind die Berliner beknackt, für so wenig Geld zu arbeiten. Selbst Schuld, wenn Ihr Euch so ausbeuten lasst. Bekommt Eure Ärsche hoch und haut auf die Kacke! Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, alles leichter gesagt als getan. Aber mal ehrlich, bei Euren Löhnen ist das Pfandflaschensammeln ja fast produktiver…
Gruß Roadrunner
Oha, wahre Worte!!!
hallo an alle mitleidende zusteller.
ich habe mal ein spruch gebracht,bezüglich verdienst ps. bei uns wird alles in cent gerechnet,euro habe ich noch nicht gehört.alle waren begeistert,dann kam von jemanden der spruch ” du mußt ja hier nicht arbeiten “. aber das wäre zu leicht man muß etwas verändern.
Ich bin rentner und habe die führerschein klassen c ce und eine fahrekarte, könnte etwas anderes machen,aber ich will dazu beitragen das sich was ändert.die meisten zusteller sehen bei der montlichen abrechnung nur den betrag der ausgezahlt wird. die abrechnungen sind so kompleziert gestaltet, da kam ich auch nicht klar mit.nur mit hilfe habe das geschnallt. ich bin seit 40 jahren bei verdi vormals hbv und ich denke wer nicht kämpft hat schon verloren.
sturmwolf
Hallo Sturmwolf,
ja, den Spruch “Hören Sie doch auf und suchen sich etwas anderes” kenne ich auch. Allerdings von früher. Das sagt heute bei uns keiner mehr. Man könnte es ja wirklich tun. Finden so schon keine Leute, obwohl wir im Gegensatz zu den Kollegen im Osten unserer Republik geradezu (noch!)fürstlich bezahlt werden.
Ich kann nur alle dazu ermuntern bzw. auffordern: Tretet in die Gewerkschaft ein! Die Beiträge sind einfach lächerlich gering, für das, was man dafür bekommt. Vor allem Rechtschutz und Hilfe, Betriebsräte aufzubauen. Und nur in Zustellgesellschaften mit engagierten Betriebsräten hat man heute noch die Chance, sich gegen Schikane und Ausbeutung zu wehren!
Ich mag gar nicht daran denken, was mit uns Bremern und Bremerinnen passiert wäre, wenn wir keinen BR gehabt hätten. So haben wir immerhin einen erträglichen Sozial- und Interessenausgleich mit verhältnismäßig guten Abfindungen aushandeln können, wenn wir ende 2013 die Kündigungen erhalten (sofern wir das Angebot der neuen Zustellgesellschaften ablehnen, was sicherlich viele machen werden).
Gruß Roadrunner
Hallo liebe Leidensgenossen,
Ich trage erst seit wenigen Monaten den Weser Kurier aus und habe daher einen Vertrag über eine der Bremer Zustellgesellschaften.
Über die schlechteren Arbeitskonditionen will ich gar nicht erst sprechen. Was ich allerdings ansprechen möchte, ist der Brief, den ich heute erhalten habe.
So heißt es:
“An alle Zustellerinnen und Zusteller der Zweiten Bremer Zustellgesellschaft
In der Anlage zu diesem Schreiben finden Sie eine Einverständniserklärung als Ergänzung zu §9 Schlussbestimmungen Ihres bisherigen Arbeitsvertrags, mit der Bitte diese zu unterschreiben und mit dem frankierten Rückumschlag an uns zurückzusenden.”
Ich skeptisch, denke mir: Was da jetzt wohl kommt?, und lese folgenden genialen Satz:
“Einverständniserklärung
Ergänzung zu § 9 (Schlussbestimmungen) des bestehenden Arbeitsvertrags
Hierdurch erkläre ich mich damit einverstanden, dass meine in den für die Organisation meiner Arbeit erforderlichen Datenbanken hinterlegten Daten von den Verantwortlichen aller mit der Zustellung der Produkte der Weser-Kurier-Mediengruppe beauftragten Vertriebsorganisationen mit dem Ziel, meinen Einsatz zu optimieren, eingesehen werden dürfen.
Geil, dachte ich. Wer hat sich so einen schwachsinnig verschachtelten Satz ausgedacht?
Also, die Zustellgesellschaft möchte allen Ernstes mein Einverständnis für die uneingeschränkte Weitergabe aller meiner persönlichen Daten haben. Sagt mal, spinnen die??!!??
Ich werde diesen Wisch jedenfalls NICHT unterschreiben. Stattdessen schick’ ich den Heinis ‘ne Mail mit der Bitte, mir zu erklären, inwieweit diese Datenweitergabe “meinen Einsatz optimieren” soll und werde nebenbei zu dieser intelligenten Satzkonstruktion gratulieren.
Eure Kommentare, Hinweise und Tipps jeglicher Art nehme ich gespannt und interessiert entgegen.
Liebe Grüße,
Neuling
Hallo Neuling,
spitze, dass sich hier mal jemand aus einer der neuen Zustellgesellschaften meldet.
Nee, unterschreiben würde ich auch erstmal nichts. Wie lange bist Du denn schon dabei? Probezeit schon hinter Dir? Sonst könnte es gut sein, dass man “so einen wie Dich schnell entsorgt.”
Leider habt Ihr ja (noch) keinen Betriebsrat. Und der BR der BTAG-Zusteller ist für Dich nicht zuständig bzw. darf Dir nicht mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich kann aber auch die Arbeitnehmerkammer in der Bürgerstraße bzw. am Wall empfehlen.
Das Beste was man machen kann, ist allerdings ein Eintritt in Verdi. Die Beiträge sind bei unseren Verdiensten geradezu lächerlich. Die haben auch mir schon geholfen, als ich mal Ärger hatte.
Ich hoffe doch sehr,dass Ihr in den ZG’s bald Betriebsräte gründen werdet. Der Konzernbetriebsrat (KBR) der Bremer Tageszeitungen AG (BTAG) ist den Kollegen in den Zustellgesellschaften gerne dabei behilflich. Zu erreichen ist der KBR über den Verlagsbetriebsrat. Telefonnummer möchte ich hier nicht im Netz posten. Lass Dich einfach verbinden, solltest Du Interesse haben.
Und noch eine Bitte: Poste hier keine Details aus Deinen Bezirken (Lage, seit wann genau beschäftigt u.s.w.) Dann bist Du identifizierbar und ich denke, Du wirst mächtig unter Druck gesetzt, hier nicht mehr zu bloggen. Melanie hat man sich wahrscheinlich mal “vorgeknöpft” = reine Vermutung von mir. Jedenfalls meldet sie sich nicht mehr. Schade das. Damit ist niemandem gedient. Ich weiß, andere hier im Blog, sehen das anders, aber wenn derjenige den Flugschein bekommt, ist ihm auch nicht geholfen.
Gruß aus Bremen
Roadrunner
…..hat mit dieser Umstellung evt. auch ein Andreas Graubner was zu tun als GF Mitglied. Der Mensch ist wohl mal in Bremen, Hannover, und bei Frankfurter Zeitungen Gesamtvertriebsleiter gewesen.
Hallo Vistabluebabe,
nee, der Typ ist mir völlig unbekannt. Die Auslagerung in Zustellgesellschaften ist aber wohl neuerdings die Regel. Hauptgrund wird sein, die Bildung von Betriebsräten zu verhindern (siehe Berlin und München)oder, wie in Bremen, den Tarifvertrag zu umgehen und einen spitzenmäßigen vorhandenen Betriebsrat kaltzustellen.
Die Kolleginnen und Kollegen in Bremen werden sich ab 2014 warm anziehen müssen, sofern sie Verträge bei den neuen Zustellgesellschaften unterschreiben. Ich würde mir das gründlich überlegen und kann nur dringend davon abraten. Wenn keiner unterschreibt, gibt es vielleicht noch eine Chance, die Auslagerung zu stoppen.
was für eine Polemik!
mir ist kein Zusteller bekannt, der aufgrund schlechter Bezahlung und Vertragsbedingungen gekündigt hat.
Hallo,
mal.
dann bin ich wahrscheinlich der erste. War nie ein besonders zäher Typ und so habe ich nach nur 10 Jahren ohne Lohnerhöhung gekündigt.
Wenn das alle machen würden, müßten die Verlage aufgrund auftretender Zustellschwierigkeiten, die Zustellbedingungen verbessern. Ich glaube nicht daran, daß die Gewerkschaften den Zustellern weiterhelfen können, zumal der Organisationsgrad wohl auch mehr als mäßig ist.
Es hört sich wohl so an, als würde ich die Leute aufhetzen wollen,
aber ich sehe keine andere Möglichkeit zu verhindern, das 20% der
Bevölkerung über die Planke geschickt werden. Die angeführten Gründe für den bisherigen Lohnabbau im Niedriglohnsektor und für Kürzungen
im Sozialberreich sind nämlich durchaus nachvollziehbar und schlüssig begründet. Wettbewerbsfähigkeit, Leistungsträger müssen mehr verdienen als Minderleister, finanzielle Schieflage des Staates, weil jeder dritte Euro in den Sozialetat geht usw. Das Problem liegt darin, daß diese Argumente bei weiteren Kürzungen genauso logisch sind. Ich habe nach 9 Jahren Zustelltätigkeit festgestellt, daß meine
Nebenaufgaben soweit zugenomen haben, daß ich nicht mehr in der Lage war, eine pünktliche Zeitungszustellung zu garantieren. Mein Arbeitstag begann, bei Resthaushaltsverteilung von XXL Prospekten
gegen 2 Uhr (früher nicht möglich,weil ich dann weder Zeitungen, noch
Post vorgefunden hätte. Ach so,ja, ich bin bei der Zeitung und bei der Citipost beschäftigt gewesen. Da sich Post und Zeitungsrevier in
einem kleinen Bereich überlappt haben, konnte mann ein paar Briefe bei der Zeitungszustellung mitnehmen. Mein Arbeitstag beginnt also mit dem sortieren der Tagespost, wenn ich damit fertig war, wie bekomme ich 120 Tageszeitungen, 200 350g schwere Prospekte, ev. sogar noch 200 andere Prospekte und 40 bis 100 Briefe in die Satteltaschen?Mein Rekord liegt bei 4x zur Ablagestelle, nachladen. Das ist in 4 Stunden nicht zu schaffen und die beiden letzten Winter habt ihr ja selbst erlebt. Ist das erledigt, warten noch 3 bis 6 Stunden Postverteilung auf mich. Da sich solche Tage in den letzten drei Jahren gehäuft haben, ist es mit dem Verständnis der Abonnementen auch nicht mehr weit her, zumal ich solche Goldstücke hatte, die ihre
Zeitungen in den letzten 30 Jahren ausnahmslos pünktlich bekommen haben (Reklamationstext: “Im letzten Monat nur an zwei Tagen pünktliche Zustellung”). Also habe ich meine Arbeit reduziert und statt 950 bis 1050 netto nur noch 740 verdient. Das bedeutet, ich muß aufstocken und damit sind wir bei der Frage was ich eigentlich tue,wenn irgentjemand sagt mit der Aufstockerherrlichkeit ist es nun
vorbei, Leute die drittklassige Aushilfstätigkeiten ausüben können keine Teilhabe am Wohlstand erwarten. Ich fürchte das es so kommt. Deshalb rate ich jedem schlechtbezahltem Zusteller zur Kündigung, drei Monate Leistungskürzung kann man überstehen und viel schlechter bezahlte Arbeiten, die man annehmen muß, kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe eine andere Arbeit gefunden, immer noch Niedriglohnsektor, aber geregelte Arbeitszeiten, den Hintern im warmen und deutlich mehr brutto, auch höhere Abzüge, aber denkt mal an eure Rente oder wollt ihr mit 70 immer noch zustellen, falls ihr überhaupt noch könnt. Abschließend sei gesagt, ich bin kein extremer Linker und habe auch keine durchgreifende Änderung der gesellschaftlichen Ordnung im Sinn, ich bin nur der Meinung, daß die allermeisten Zustellgesellschaften keine Mitarbeiter verdient haben.Würde mich interresieren, wie ihr die Sache seht, also
Hallo und Guten Tag,
Verträge habt ihr? Ihr bekommt eine detaillierte Abrechnung, die man nachvollziehen kann?
Dies alles kennen wir nicht. Mein Sohn trägt hier im Dorf 54 Tageszeitungen, 2 Fremdzeitungen und ca. 250 Briefe im Monat aus. Dazu die allzu gut bekannten Resthaushaltabdeckungen.
Eine Tour sind rund 8km, und dafür bekommt er ca. 140€ im Monat.
Hat er so von seiner Mutter übernommen, die das so von einem alten Bekannten der Familie hat. Alles vererbt sozusagen, nix Vertrag.
Aber was soll er machen, mein Junge (19) braucht das Geld, steckt im Abi, hat sich ein kleines Auto gekauft… und woanders kann man hier nicht jobben.
Wenn wir als Eltern mehr verdienen würden, dass wir ihm das als Taschengeld zahlen könnten, würden wir das liebend gern machen und den Job hinwerfen.
Wo das Ganze? Na, in Ostpreussen – also Landkreis OPR.
Hallo Roadrunner !!
Da bin ich wieder !! Sorry das ich mich nicht gemeldet hatte, das hat aber nichts damit zu tun das mir jemand den Mund verboten hat oder so. Einfach nur echt viel um die Ohren gehabt. Also es ist auf jeden Fall nicht besser geworden, und nun bin ich auf der Suche nach einem anderen Job. Bekommt man bei der Zustellgesellschaft eigentlich Weihnachtsgeld, weiß das jemand?
Gruß Melli
Wenn jeder Austräger der BTAG bei Angebot einer Vertretung klar ausdrücken würde, dass er nicht bereit sei zu den nun wesentlich niedrigeren Lohnsätzen auszutragen, wäre dies als Akt der Solidarität sicherliche von eindrucksvoller Bedeutung für die Herrschaften dort. Ich bin jedenfalls zukünftig nicht mehr bereit kurzfristig Bezirke zu vertreten zu den nun niedrigeren Sätzen und werde das auch genau so kundtun. Allein die Einarbeitung in unbekannte Bezirke, sei es die obligatorische Listenvorbereitung vorab oder rumgeirre in unbeleuchteten Vorortsiedlungen mit unerwarteten Hinterhäusern, steht in keinerlei Verhältnis zur neuen Entlohnung…
Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass kaum ein Kunde über die diesbezüglichen Vorgänge im Hause der BTAG Kenntniss hat. Die Zeitung berichtet ja nicht darüber, was in ihrem eigenen Hause vorgeht… Ich kläre dann gerne umfangreich auf…
@bartuschat,thomas und andere: Bei uns in Hamburg ist das Zeitungaustragen ein Nebenjob, ich verstehe nicht ernsthaft, wie man das als einzige Tätigkeit machen kann und sich dann wundert, dass das Geld nicht reicht!?
Zeitung austragen ist kein Job, mit dem man den Lebensunterhalt bestreitet, sondern man macht das um sich paar Euros dazuzuverdienen oder einfach weil man Spaß daran hat. Eigentlich ist es was für Renter, Hausfrauen und Schüler und nichts für Leute, die volle Arbeitskraft haben, das ist einfach Verschwendung, es sei denn man hat Spaß daran!
….es gibt aber auch Gegenden, da ist nicht viel mit anderen Jobs.