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Sind Zeitungszusteller kostenlose Werbeträger?

Liebe Kollegen,

bin ich eigentlich der Einzige, der sich darüber ärgert, dass wir Zusteller
die täglich zunehmenden Werbebeilagen in den Tageszeitungen umsonst zustellen?
Die Verlage kassieren Geld von den entsprechenden Firmen für den Vertrieb
über die Zeitungszustellung, warum kommt davon bei uns nichts an?

Nach einer Feldstudie und ein paar einfachen Rechnungen bin ich d’rauf gekommen,
dass ich fast jeden Tag zwischen 30 und 40 kg mehr durch die Gegend wuchte, allein
die Werbung. Die Beilagen wiegen oft mehr als die Zeitungen selbst.
Abgesehen davon, dass auch dort, wo die Pakete für uns gepackt werden mit Verzögerungen
gearbeitet wird und die Wartezeiten an den Abwurfstellen GAR NICHT bezahlt werden, man
länger zum Verstauen in Bollerwagen und aufs Fahrrad braucht, durch das hohe Gewicht
langsamer vorwärts kommt, die Zeitungen sich manchmal kaum noch in die Briefkästen stecken
lassen, weil sie so umfangreich sind – kurz gesagt: man verliert also viel Zeit und der
Stundenlohn, der sowieso schon schlecht ist, sinkt auf ein sittenwidrig zu nennendes Niveau.

Wir sollten die Werbung, bevor wir die Zeitungen in unsere Bollerwagen oder auf unsere
Zustellfahrräder laden, die Werbung herausnehmen, sie in Autos verstauen und den Verlagen
vor die Türen der Verlagshäuser kippen. Alle. Und zwar so lange, bis die Verlage dafür
sorgen, dass wir für zusätzliches Gewicht gerecht entlohnt werden.

Grüße an alle,
ein Zusteller

 

 

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13 comments to Sind Zeitungszusteller kostenlose Werbeträger?

  • Roadrunner

    Hallo unbekannter Kollege,

    ich denke mal, alle von uns ärgern sich über diesen Werbemüll in den Zeitungen. Und auch so mancher Abonnent würde gerne darauf verzichten.

    Das diese zusätzliche Mehrarbeit – denn etwas anderes ist es schließlich nicht, da man viel mehr Zeit benötigt, die dicken Spacken in die Kästen zu knüppeln – in vielen Zustellgesellschaften nicht in Form einer Beilagenvergütung bezahlt wird, ist ein handfester Skandal!

    Wir in Bremen haben damals lange für eine Beilagenbezahlung gekämpft und bekommen immerhin lächerliche 0,25 Cent brutto /Beilage bezahlt. Allerdings erst ab dem 2. Prospekt. Eine Beilage trägt man also generell ohne Bezahlung.

    Aber wie Du sicherlich gelesen hast, wird unsere Logistik in Bremen ausgegliedert. In den neu gegründeten Zustellgesellschaften gibt es diese Beilagenvergütung nicht mehr. Ein klarer Rückschritt.

    Ich weiß ja nicht, wo Du tätig bist. Ich schätze mal in Berlin? Ihr seit dort ja sowieso die gearschten.

    Deinem etwas unkonventionellen Vorschlag der Beilagenentsorgung würde ich nur nur dann folgen, wenn ich den Job ohnehin satt hätte. Die fristlose Kündigung wäre, sofern man Dich dabei erwischen würde, mit Sicherheit die Folge.

    Was mich im Moment noch viel extremer stört, ist die sogenannte Resthaushaltsverteilung. Manchmal müssen wir bis zu 4 X die Woche diesen Prospektdreck verteilen. Es kommt auch vor, dass man an einem Tag 2 verschiedene Prospekte gleichzeitig hat. Wenn es dann noch eine Anlieferungsverzögerung gibt und die Zeitungen selbst noch mit Werbung zugemüllt sind… Bis 6:00 Uhr bin ich nie fertig. Und danach kannste Deine Knochen einsammeln!

  • Webma55

    hi Roadrunner, du schreibst “Die fristlose Kündigung wäre, sofern man Dich dabei erwischen würde, mit Sicherheit die Folge.” ich habe ja schon mal über die Schüttler geschrieben und kann dir sagen das diese Personen immer mehr werden allerdings werfen diese Personen die Werbung nicht vor die Verlagshäuser sondern bringen diese Werbung zur Papierbörse wo man gut dafür bezahlt. Obwohl das den Zustellagenturen eigentlich bekannt sein müsste habe ich noch von keiner Entlassung gehört.

    Gruß Webma55
    Die Hoffnung stirbt zuletzt!

  • Roadrunner

    Hallo Webma fünf fünf,

    und genau das verstehe ich nicht. Das Eure Agenturen das so lasch sehen. Sonst sind sie ja auch gleich zur Stelle, wenn es darum geht, die Mitarbeiter zu schikanieren. Wenn ich da nur an die geschlossene Agentur denke, wo sich ein Betriebsrat bilden wollte. Und da gab es doch auch mal eine Entlassung in Berlin, wo sich ein Kollege weigerte, die Zeitungen auf Etage zu liefern.

    Ich bin mir sicher, dass bei uns in Bremen kontrolliert wird. Da werden bestimmt Abonnenten angerufen und befragt. Vom Vertrieb und von den Auftraggebern der Beilagen. Auch kann ich mir gut vorstellen, dass geprüft wird, ob die Resthaushaltsabdeckung ordnungsgemäß vorgenommen wird.

    Stimmt, bei Euch in Berlin ist das mit den Papierbörsen weit verbreitet. Bei uns in Bremen hat jetzt auch die erste eröffnet. Leider zur Zeit nur im Norden der Stadt. Das wären für mich satte 18 Kilometer zu fahren. Also leider zur Zeit noch unattraktiv. Allerdings wollen die noch expandieren und in der Bremer Neustadt (Innenstadtnähe) eine Filiale eröffnen.

    Ich hoffe allerdings, dass uns Zustellern dann nicht frühmorgens von findigen Mitmenschen die Zeitungen Paketeweise an den Ablagestellen gestohlen werden. Würde sich dann ja schon lohnen. Es fehlt sowieso schon ständig etwas, so das man ständig telefonieren muss.

    Ach ja, bei uns zahlt die Papierbörse zur Zeit 5 – 6 Cent /Kilo. Wie liegen denn bei Euch die Ankaufspreise?

    Gruß Roadrunner

  • Brandenburger

    Hatte das letzte Mal im Juni noch 8 Cent fürs Kilo erhalten.

  • vistabluebabe

    …warum das nicht bezahlt wird? Ganz einfach, weil in den meisten Verträgen wohl drin stehen dürfte, dass bereits eingelegte Werbung als Bestandteil der Zeitung gilt.
    Darum ist da auch jegliches Werbeverbot unwirksam.
    Meist können ja bis 7 Teile maschinell eingelegt werden teils sogar mehr, kommt auf die Maschinen an.
    Vor die Tür kippen wäre eine gute Idee, nur scheitert es wie meist immer wohl daran, dass nicht alle mitziehen. Die einen regen sich tierisch auf, den anderen ist es schnurz.
    Solange sich die Zusteller nicht solidarisieren und organisieren wird sich nie was ändern, ganz im Gegenteil und schließlich wird niemand dazu gezwungen, die Ausbeuterverträge zu unterschreiben, wer lesen kann sollte das sowieso nicht tun, da viele derselben drastische Strafzahlungen/Vertragsstrafen die bis zu drei Bruttomonatsgehältern reichen – enthalten.
    Einfach mal Einigkeit und den ganzen Krempel Gebietsweit 8 Tage liegen lassen – das würde vielleicht Wunder wirken.

  • Diana

    Wrum vor die tür kippen? Abgeben im altpapiersammelstellen ist viel sinnvoller: da gibts noch extra geld *gg*. Wenn ich in unsere sammelstelle komme, wo ich das von hausbewohnern und familie gesammelte altpapier, nebst meinem eigenen sowie anderem altkram (Flaschen, Gläser) abgebe alle paar wochen wenns sich lohnt, was glaubt ihr wohl, was da alles so..äh…Ich glaube, die machen den mesiten reibach mit nicht verteilter werbung und den nicht verteilten kostenlosen zeitungen, scheint deren hauptgeschäft zu sein, ohne das könnten die sicher wieder dichtmachen.SChrott, elektrokram und klamotten sind nebengeschäft *gg*. Naja aber wie gesagt, dman müsste sich organisieren und irgendwann würde es acuh was bringen. Warum lassen wir uns das eigentlich gefallen; alleine hat man keine chance aber wenn alle mitmachen, dann schon. leider kriegen die leute aber den arsch nicht hoch. Ich bin mir dennoch sicher, das irgendwann in absehbarer zeit auch für uns der gesetzliche mindeststundenlohn ,der nicht unterschritten werden darf, kommt, dann hat diese sklaverei ein ende wenn den verlagskonzernen an die finanziellen eier geht – das tut denen bestimmt weh, uns aber gut und ist nur fair. ich würde so einen verlagsbonzen gern selber mal eine woche lang nachts durch die gegend jagen: für dasselbe geld, die selben bedingungen, bei hoffentlich obermiesem wetter, bepackt mit zeitungen, werbung, briefen, zeitschriften, katalogen, treppauc-trepp ab und alles ohne auto oder fahrrad: nur mit ner karre – und das tempo/tempo…egal wie der jappst der faule sesselfurzer, der sich nur die eier schaukelt. Am besten ist, der tut das einen ganzen monat, damit er noch den verdienst mitbekommt. Und ich? Ich dackel gemütlich mit auto hinterher und kontrolliere den, ob der auch aj alles ordentlich macht. Ich wette – dann würde sich was ändern. aber der kerl würde jappsend am boden liegen, sich seinen kuscheligen chefsessel zurückwünschen , nachts von alpträumen geplagt werden und erstmal 3 jahre urlaub nehmen.

  • Diana

    Man möge mich nicht falsch verstehen: eigentlich mag ich den job und mache ihn auch gern. Mir passt nur die bezahlung nicht; mit einem vermünftigen gehalt, von dem man auch leben kann, wäre alles gar kein problem, da wüsste ich wofür mich mich abracker.

  • bartuschat, thoms

    Sorry Diana,
    das kannst du vergessen, es ist schon seit einiger keine Rede mehr vom Mindestlohn und den neuesten Umfrageergebnissen nach behalten wir unsere Regierung, es wird also auch keiner kommen. Falls wider Erwarten doch, verlass dich drauf, die werden Mittel und Wege finden, ihn zu umgehen. Ich hab den Job übrigens auch gern gemacht, deswegen bin ich auch 10 Jahre dabei geblieben, aber irgentwann kommt man nicht mehr um die Erkenntnis herum, mehr Geld gibt es nur mit einer anderen Arbeit

  • Luigi

    Servus,
    Kollegen/innen und ich bekommen hier in München die Werbungen, sprich Beilagen und Gewichtzuschläge (aufgrund Altverträgen) noch bezahlt. Aber da wir diese Vergütung nicht nachvollziehen können, werden da auch schon leise Abstriche gemacht. Das Geld wird immer weniger und die Arbeit mehr!
    Bei Neueinstellungen sieht es fürchterlich aus mit der Vergütung! Verstehe auch diese Leute, dass diese nach der ersten Abrechnung wieder gehen! Da wird keine Werbung, Beilage und Gewicht bezahlt. Man kann sagen bis 30-40% weniger als wir!
    Wünsche euch viel Spaß und ein schönes Wochenende

  • igel53

    Hallo,
    liebe Kollegen/innen,
    habe alle eure Beiträge alle gelesen,ich bin
    Zeitungszustellerin in Sachsen und der Verdienst,wie überall.Auch ich quäle mich
    mit Werbeeinlagen herum ,ich habe den
    Eindruck es werden immer mehr,teilweise
    schon dicke Prospekte,wobie ich die Tageszeitung nicht einmal wie üblich knicken
    kann,ich muß jede Zeitung in die Hand nehmen
    ca.300 Stck und das Prospekt für längst drehen und das alles fürn Nulltarif von dem
    Zeitaufwand ganz zu schweigen.
    Sumasumarum was ich eigentlich sagen wollte,es geht hier nicht ob ich was in Altstoffhandel schaffe,es geht um gerechte Entlohnung.

  • Hallo miteinander,
    ich bin auch der Meinung, das man als Zeitungausträger wirklich mehr für seine Mühe und Anstrengungen bekommen sollte. Und gerade für die tonnen an Reklamationen einen höheren Zuschuss erhalten sollte. Da stimm ich Diana zu, mit ner anständigen Bezahlung wüsste man, wofür man sich abrackert!
    Gruß Lothar

  • Lina30657

    Also ich liebe meine arbeit und der verdienst ist für 2 bezierke für mich völig ok. habe den verdienst auch nur für meine freizeit muss also nicht auch noch davon teilweise mein leben finanzieren. aber was ich 2 tage jett hintereinander hatte hat mich auch aufgeregt und geschafft. 24. pakete mit 2 nicht mehr prospekten sondern kataloge drin. nach ca. 10 häusern hatte ich die schnautze voll, habe die werbung rausfallen lassen und am nächsten Container entsorgt.

  • dogman

    ….ja einige haben schon recht, es wird über kurz oder lang ein Stundenlohn kommen weil es gesetzliche Bestrebungen gibt, Stücklohn als illegal zu erklären. Was glaubt ihr was die Verleger/Zustellgesellschaften dann für Konzepte haben? Ich kanns mir denken – es wird eine Neubewertung der Bezirke geben und diejenigen, die bis dato städtische Bezirke haben wo hohe Stückzahlen in kurzer Zeit zugestellt waren, die werden die großen Verlierer sein, die im Hinterland werden wohl mehr oder weniger genauso verdienen wie früher denn eine Erhöhung der Kosten wird man zu vermeiden wissen.
    Die neue geschaffenen Bezirke/Zellen behalten dann alle Produkt und werden vom zeitlichen Ablauf mittels gps-logger genauestens ausgewertet und in der Streckenführung optimiert werden.
    Auch wird man Ablagestellen in den Bezirken schaffen und den Leuten die diese zur Verfügung stellen dann ein kostenloses Abo geben.
    Wofür soll das gut sein? Ganz einfach; Es wird dann nur noch Wegegeld innerhalb der Strecke des zuvor mittels gps gelogten Bezirks gezahlt werden – und keinen müden Cent mehr.

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